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Vielseitigkeit in Aachen Sandra Auffarth und Wolle beenden ersten Tag auf Rang sechs

Von Lars Pingel | 12.08.2015, 08:30 Uhr

Die Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat mit Opgun Louvo („Wolle“) in Aachen den ersten Tag der CICO-Drei-Sterne-Prüfung in Aachen auf dem sechsten Platz beendet. An diesem Donnerstag waren die Dressur und das Springen ausgetragen worden. Mit der deutschen Mannschaft liegt die 28-Jährige in Führung. Die Entscheidung fällt in der Geländeprüfung am Freitag.

Das Fazit fiel positiv aus. „Ich bin super zufrieden“, sagte Sandra Auffarth nach den ersten beiden Teildisziplinen der Drei-Sterne-Vielseitigkeitsprüfung in Aachen. An diesem Donnerstag waren in der Soers vor einigen Tausend Zuschauern die Dressur und das Springen ausgetragen worden. Die 28-Jährige vom RV Ganderkesee belegt mit ihren Opgun Louvo, den sie Wolle nennt, den sechsten Rang. Die beiden weisen 37,20 Minuspunkte auf. In Führung liegt Ingrid Klimke (Münster) mit FRH Escada (32,10) vor Holly Woodhead aus Großbritannien mit Lupison (34,30) und dem Australier Andrew Hoy mit Cheeky Calimbo (34,50).

Auffarth hatte ihren 13-jährigen Wallach seit Juni geschont, da er sich eine Hufprellung zugezogen hatte. Bei seiner Rückkehr in den Wettkampfsport präsentierte er sich schon wieder in sehr guter Verfassung. Und so trug er gemeinsam mit seiner Reiterin viel dazu bei, dass die deutsche Mannschaft im Nationenpreis von Platz eins aus die dritte Teildisziplin, den Geländeritt, in Angriff nehmen wird. Das Team hat 118,10 Strafpunkte auf dem Konto. Zweiter ist Neuseeland (121,20), Dritter Großbritannien (123,60).

Deutsche Equipe schon nach der Dressur auf Platz eins

Für die Mannschaftswertung werden jeweils die drei besten Ergebnisse pro Disziplin der Vierer-Teams addiert, die die Nationaltrainer nominiert haben. Für die vom deutschen Chefcoach Hans Melzer für die Aachener Konkurrenz benannte Equipe lieferte Auffarth in der Dressur mit 33,20 Minuspunkten die beste Leistung ab. Außer ihr gehören dieser auch Klimke – allerdings mit Horseware Hale Bob (75,32/37,00) –, Michael Jung (Horb) mit Halunke (73,40/39,90) und Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip (70,96/43,60) an. Nach der Dressur hatte die Mannschaft also 110,10 Punkte auf dem Konto. Zweiter war Großbritannien (118,6) vor Neuseeland (121,20).

Bundestrainer zufrieden

Im Springen verteidigten das deutsche Team zwar seinen Vorsprung, die Konkurrenz rückte aber nah heran. Vor allem die Neuseeländer, für die Jonelle Price mit Faerie Danimo, Tim Price mit Wesko und Mark Todd mit Campion fehlerfreie Ritte in die Wertung brachten. Für „den Spitzenreiter“ schaffte das nur Klimke. Jung, Schrade und auch Auffarth fingen sich in dem anspruchsvollen Parcours mit zwölf Hindernissen mit 15 Sprüngen jeweils für eine gefallene Stange vier Fehlerpunkte ein. Trotzdem, der Bundestrainer beendete den Tag lächelnd. „Wir sind eigentlich zufrieden“, sagte Melzer. „Wir hatten zwar ein paar Abwürfe, aber das war kein Desaster. Und die Dressur war sehr gut.“

Sandra Auffarth nach Dressur auf Platz zwei

Das galt nicht zuletzt für den Auftritt von Auffarth und Opgun Louvo im Viereck. Der wurde mit 77,89 Prozent bewertet. Das bedeutete, dass die 28-jährige Bergedorferin nach der ersten Teildisziplin 33,20 Minuspunkte aufwies. „Wir sind sehr zufrieden“, erklärte Bärbel Auffarth anschließend. Sie begleitet und betreut ihre Tochter und den französischen Wallach auch in Aachen. „Die beiden haben das sehr gut gemacht“, lobte sie. In der Einzelwertung belegten Sandra Auffarth und Opgun Louvo zunächst den zweiten Platz. Besser bewertet worden war nur der Ritt von Klimke mit FRH Escada (76,36 Prozent/32,10 Strafpunkte). Rang drei hatte nach der Dressur Woodhead inne (77,12/34,30). Ein Fehler in der dreifachen Kombination des Springparcours warf die Bergedorferin dann am frühen Abend etwas zurück.

Prozentwerte werden umgerechnet

In der Dressurprüfung hatten drei Wertungsrichter für jede der geforderten Lektionen Noten vergeben (maximal eine Zehn). Außerdem bewerteten sie unter anderem, wie harmonisch Pferde und Reiter zusammenarbeiteten. Die Ergebnisse nach der Addition dieser Noten wurden mit zehn multipliziert, daraus ergaben sich drei Prozentwerte. Der Durchschnitt der drei Werte war dann die endgültige Bewertung. Und dann musste noch einmal gerechnet werden, um die Minuspunkte zu erhalten, die die Vielseitigkeitsreiter mit in ihre beiden anderen Teildisziplinen nahmen: Der Prozentwert wurde von 100 abgezogen und dann mal 1,5 genommen.

Entscheidung fällt am Freitag

Die zweite Disziplin, das Springen, wird ebenfalls noch an diesem Donnerstag ausgetragen. Der erste Reiter geht um 17.30 Uhr in den Parcours. Die Entscheidung fällt dann am Freitag ab 14 Uhr in der Geländeprüfung.

Prüfung gehört nicht zur EM

Die Aachener Vielseitigkeitsprüfung auf Drei-Sterne-Niveau gehört allerdings nicht zum Programm der Europameisterschaften, die seit Dienstag in Aachen ausgetragen werden. Die Vielseitigkeits-EM wird erst vom 10. bis 13. September in Schottland stattfinden. Dort hat der Wettbewerb dann die höchste Schwierigkeit (vier Sterne).

Verfassungsprüfung anstandslos gemeistert

Den ersten Test hatte Wolle mit seiner Reiterin übrigens schon mehr als 24 Stunden vor der Dressur gemeistert. Am Mittwoch stand die Verfassungsprüfung an. Die brachten die beiden anstandslos hinter sich – wie die weiteren acht deutschen Paare, die in Aachen antreten. Direkt danach hatte Bundestrainer Hans Melzer seine Mannschaft für den Nationenpreis nominiert.