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Vielseitigkeit Luhmühlen 2017 Sandra Auffarth und Wolle nach Dressur auf Platz sechs

Von Lars Pingel | 16.06.2017, 16:38 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee belegt nach der ersten Teildisziplin in der Drei-Sterne-Prüfung der internationalen Vielseitigkeit 2017 in Luhmühlen den sechsten Rang. Ihre Dressur mit dem französischen Wallach Opgun Louvo, den sie Wolle nennt, wurde am Freitag mit 35,80 Minuspunkten bewertet. In dieser und in der Vier-Sterne-Prüfung liegt Bettina Hoy aus Rheine in Führung.

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee ist mit ihrem Wolle ein guter Start in die Drei-Sterne-Prüfung des internationalen Vielseitigkeitsturniers 2017 in Luhmühlen gelungen, in der es auch um die Deutsche Meisterschaft geht. Am Freitag wurde ihre Dressur mit dem französischen Wallach, der vor 15 Jahren Opgun Louvo getauft worden war, mit 76,15 Prozent der höchstmöglichen 520 Punkte, also mit 396,0 Zählern, bewertet. Umgerechnet sind das 35,60 Strafpunkte, die für die Rangfolge in der Prüfung und in der DM maßgeblich sind. Damit belegt die Bergedorferin nach der ersten der drei Teildisziplinen den sechsten Rang. „Ich bin super zufrieden“, sagte Auffarth nach dem Ritt.

Bettina Hoy liegt in Führung

An der Spitze der Gesamtwertung liegen nach der Dressur drei weitere Reiter aus dem Championatskader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Die Führung hat Bettina Hoy (Rheine) mit Seigneur Medicott inne, die die Dressur bereits am Donnerstag mit nur 26,3 Minuspunkten beendet hatte. Ebenfalls bereits im ersten Teil war Ingrid Klimke (Münster) mit Horseware Hale Bob gestartet. Mit ihm belegt sie den zweiten Rang (31,3). Am Freitag ging sie dann mit der achtjährige Stute Weisse Düne ins Viereck: 32,70 Strafpunkte bedeuteten Rang drei. „Das ist erst ihr zweiter Start in einer Drei-Sterne-Niveau. Dafür war das spitze“, sagte Klimke.

Den vierten Platz teilen sich mit 31,30 Minuszählern Julia Krajewski (Warendorf) mit Chipmunk FRH und Olympiasieger Michael Jung (Horb) mit dem neunjährigen Hannoveraner Star Connection.  Hinter Auffarth ist Jung mit seinem zweiten Pferd in der Prüfung, fischerRocana (38,50), Siebter gefolgt von der Schwedin Sara Algotsson-Ostholt mit Reality (39,90).

Auffarth und Wolle, die erst vor 14 Tagen im niederländischen Rendswoude in einer CIC**-Prüfung in die Saison 2017 gestartet waren, zeigten am Freitag im Lühmühlener Stadion eine starke Leistung. Wolle präsentierte sich in sehr guter Form. „Er hatte richtig große Lust“, lobte die 30-Jährige ihren Wallach: „Er genießt das hier.“

Lob vom Bundestrainer

Bundestrainer Hans Melzer, der am Donnerstagabend zum Reitmeister ernannt worden war, hatte der Auftritt von Auffarth und Wolle gefallen. „Super, das sah sehr gut aus“, sagte er über den Ritt, der seiner Meinung nach eine noch höhere Wertung - und damit weniger Strafpunkte - verdient gehabt hätte: „Ich habe sie besser gesehen.“

Geländeritt an diesem Samstag

An diesem Samstag, 16. Juni, beginnt um 9.15 Uhr die zweite Teildisziplin, der Geländeritt, der Prüfung, für die 53 Reitsportler gemeldet haben. Die Strecke wurde zum ersten Mal unter Anleitung des neuen Parcourschefs Mike Etherington-Smith  (Großbritannien) gestaltet. „Sie ist sehr schön gebaut“, sagte Sandra Auffarth. „Es gibt einige neue Linienführungen.“ Sie werde „nach Gefühl“ und „schon zügig“ reiten. 

„Das sind typische Kurse für Mike Etherington-Smith“, sagte Bettina Hoy über das Gelände. „Es gibt klare Aufgabenstellungen für Pferd und Reiter.“

Die Entscheidung, wer die Drei-Sterne-Prüfung und wer den DM-Titel gewinnt, fällt allerdings erst am Sonntag. Um 11 Uhr geht der erste Starter in den Springparcours.

Knappe Abstände in der Vier-Sterne-Prüfung

Am Sonntag ab 15.15 Uhr wird auch die Vier-Sterne-Prüfung, in der 48 Teilnehmer gemeldet sind, mit dem Springen entschieden. Zunächst, an diesem Samstag ab 13.05 Uhr (ab 15.15 Uhr/NDR3), steht in dieser Konkurrenz aber ebenfalls der Geländeritt im Zeitplan. Auch diesen nimmt Bettina Hoy von Platz eins aus in Angriff. Mit Designer ritt sie am Freitag zum zweiten Mal die beste Dressur (76,01 Prozent). Mit ihren 36,00 Minuspunkten liegt sie knapp vor Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot. Sie hat nach einer mit 75,30 Prozent bewerteten Dressur 37,10 Strafpunkte auf dem Konto. 38,00 Zähler weist die drittplatzierte Marilyn Little aus den USA mit der Stute RF Scandalous auf. 

Prinzessin Anne besucht Luhmühlen

Schirmherrin der Veranstaltung ist HRH The Princess Royal Prinzessin Anne, einzige Tochter der britischen Königin Elisabeth II und Prinz Philip. Sie besuchte den Turnierplatz in Luhmühlen am Donnerstag. Prinzessin Anne war selber eine erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin, allerdings wurde die Sportart damals noch Military genannt. 1971 war sie Europameisterin, 1975 gewann sie in Luhmühlen im Einzel und mit der Mannschaft EM-Silber. Auch ihre Tochter Zara Philipps, die 2011 nach ihrer Hochzeit den Nachnamen Tindall angenommen hat, startete mehrfach in dem Turnier in der Lüneburger Heide.

Prinzessin Anne lobt Turnier

Prinzessin Anne besuchte das Turnier anlässlich seines 60-jährigen Bestehens am ersten Dressurtag. Sie war damit zum vierten Mal in Luhmühlen. Nach ihrer EM-Teilnahme war sie 1982 als Gast der Weltmeisterschaft dorthin gereist; 1987 war sie als Präsidentin des Weltreiterverbands FEI während der Europameisterschaft vor Ort, teilte Dr. Friederike Strüvel-Huck, Pressesprecherin des Veranstalters, mit. Am Donnerstag sah sich die Prinzessin mit Julia Otto, Geschäftsführerin der Turniergesellschaft Luhmühlen, und Parcourschef Mike Etherington-Smith die Geländestrecke der Drei- und Vier-Sterne-Prüfung an. Das Meßmer-Teich genannte Wasserhindernis hatte sie, berichtete Stüvel-Huck, als aktive Sportlerin selbst absolviert. „Es ist eine große Freude, wieder hier zu sein“, sagte Prinzessin Anne während eines kleines Empfangs. Manches habe sich seit damals erheblich verbessert. „Luhmühlen ist eine wichtige Veranstaltung, nicht nur für Europa.“

Sieger der Führzügelklasse geehrt

Am Nachmittag, ehe sie nach Hamburg weiterreiste, sah sich Prinzessin Anne auch den Führzügel-Wettbewerb an, in dem die Kleinsten im Sattel saßen, der jüngste Teilnehmer war erst drei Jahre alt. Von den Eltern geführt sprangen sie mit ihren Ponys über Hindernisse. Die Prinzessin gratulierte anschließend bei der Siegerehrung. Friedrich Steinkraus hatte in seiner Gruppe gewonnen. Gefreut habe er sich schon, sagte der Vierjährige. „Das Reiten war noch aufregender“, erzählte er: „Sie hat seinen Sitz gelobt“, berichtete der stolze Vater Paul. (mit dpa)