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Vielseitigkeitsreiten Sandra Auffarth freut sich auf die Spiele in Rio

Von Lars Pingel | 18.07.2016, 08:30 Uhr

Die 29-jährige Bergedorferin Sandra Auffarth, die für den RV Ganderkesee startet, freut sich darau,f mit ihrem Wallach Opgun Louvo („Wolle“) in der Vielseitigkeitsprüfung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu starten. Die beiden waren schon 2012 in London dabei.

40000 Zuschauer haben am späten Sonntagnachmittag Sandra Auffarth, Ingrid Klimke, Julia Krajewksi, Michael Jung und Andreas Ostholt im ausverkauften Reitstadion in der Aachener Soers zugejubelt. Die Präsentation der Kleidung, die die Vielseitigkeitsreiter bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro tragen werden, beendete den CHIO 2016, in dessen Verlauf die Olympia-Teilnehmer bekannt gegeben worden waren. Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer erklärte am Samstag, dass die 29-jährige Auffarth vom RV Ganderkesee und ihr 14-jähriger französischer Wallach Opgun Louvo, den sie „Wolle“ nennt, auf Vorschlag des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei vom Deutschen Olympischen Sportbund nominiert worden sind.

Vielseitigkeitsprüfung vom 6. bis 9. August

Auffarth hatte in Aachen einen Formtest in den Disziplinen Dressur und Springen (danach Platz drei) absolviert. Auf den Geländeritt verzichtete sie nach Absprache mit den Bundestrainern Melzer und Christopher Bartle, um Wolle zu schonen. Die 29-Jährige gehört zu den vier Vielseitigkeitssportlern, die in Rio vom 6. bis 9. August im Einzel- und im Teamwettbewerb um Medaillen kämpfen werden. Außer ihr starten dann Klimke (Münster) mit Horseware Hale Bob, Jung (Horb) mit fischerTakinou und Ostholt (Warendorf) mit So is et. Krajewski (Warendorf) tritt mit Samourai du Thot als Reservereiterin die Reise nach Brasilien an.

Auffarth und Wolle haben schon viele Medaillen gewonnen

Auffarth und Wolle waren vor dem Saisonstart Ende März erneut in den Championatskader berufen worden, aus dem die Olympia-Starter schließlich gewählt wurden. Jeder Reiter hatte einen von den Bundestrainern erarbeiteten, individuellen Qualifikationsweg bekommen. Seit Samstag ist klar: Die Bergedorferin und ihr Pferd haben die Vorgaben erfüllt und können zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen reiten. 2012 hatten sie in London mit dem Team Gold und im Einzel Bronze gewonnen. „Am Ende hatte ich vor allem gehofft, dass wir gesund bleiben, denn es kann ja immer etwas sein“, sagte Auffarth über die spannenden Monate. „Daran, dass wir die Leistungen erbringen würden, habe ich nicht gezweifelt. Dieses Selbstvertrauen habe ich mit ihm inzwischen. Wir sind zusammen gewachsen.“

2011 war das Duo zum ersten Mal in einem Championat für Deutschland angetreten. Es holte in Luhmühlen EM-Silber im Einzel und Team-Gold. Seitdem trugen Auffarth und Wolle noch dreimal zu einem Mannschaftssieg bei und brachten drei Einzelmedaillen mit nach Hause. 2014 wurden sie sogar Doppel-Weltmeister. Die EM 2013 verpassten sie, da sich Wolle eine Zerrung zugezogen hatte.

Traum wird wahr

„Ich freue mich total“, erklärte Auffarth, wie es ihr seit Samstag geht. „Wieder ist ein Traum wahr geworden.“ Es sei ein unglaublich großes Erlebnis, an den Spielen teilzunehmen. „Wenn man bedenkt, dass aus einer starken Nation wie Deutschland nur vier Reiter starten dürfen, ist es auch eine Riesenehre.“

Die Olympischen Spiele sind natürlich etwas Besonderes, findet Auffarth. „Jedes Championat hat seine eigene Geschichte“, erzählte sie. „Was aber von Olympia bleibt, ist, dass unglaublich viele Sportler und Athleten zusammenkommen. Es ist schon krass, wenn im Olympischen Dorf alle durcheinanderlaufen. Dann beginnt immer ein kleines Ratespiel, welchen Sport sie wohl machen.“

Wenn einer von diesen Auffarth am Samstag, 6. August, beim Frühstück fragt, was sie in ihrem Wettbewerb erreichen möchte, wird auch er diese Antwort bekommen. „Mein Hauptziel ist es, dass wir gesund und heil wiederkommen“, sagte die Bergedorferin bereits am Sonntag. „Wir werden unser Bestes geben. Alles andere wird man dann sehen.“