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Vizemeister in der Bezirksliga U18-Basketballer des Delmenhorster TV verblüffen alle

Von Daniel Niebuhr | 01.04.2015, 11:31 Uhr

Mit der Vizemeisterschaft in der Bezirksliga überraschen die U18-Basketballer des Delmenhorster TV ihren Trainer Tim Frerichs. Einige Spieler machen für den Herrenbereich Hoffnung.

Das Sahnehäubchen hatten sie sich für den Schluss aufgehoben. Im letzten Bezirksliga-Spiel trafen die U18-Basketballer des Delmenhorster TV in der Stadtbadhalle auf den als Meister feststehenden Dauerrivalen Fortuna Logabirum, ein Gipfeltreffen als würdiger Abschluss. Es wurde eine denkwürdige Partie mit viel „Trash Talk“, unzähligen Fouls und einem Delmenhorster 80:60-Sieg, bei dem zum Schluss nach drei foulbedingten Hinausstellungen nur noch zwei Gäste-Spieler auf dem Parkett standen. Sowas, sagt DTV-Trainer Tim Frerichs, habe er auch noch nie gesehen.

Makellose Rückrunde

Mit dem kuriosen Sieg über den bis dahin 13 Monate und 17 Spiele lang ungeschlagenen Spitzenreiter krönten die jungen „Devils“ ihre makellose Rückrunde mit sechs Siegen aus sechs Spielen, ihre Vizemeisterschaft stand sogar vorher schon fest. „Ich bin selbst verblüfft, damit hatte niemand gerechnet“, sagte Frerichs, der „ein ganzes Buch über meine Jungs“ vollschreiben könnte – „so stolz bin ich“.

Entwicklung nicht erwartet

Die Entwicklung, die die DTV-Talente genommen haben, hätte ihnen vor der Saison kaum jemand zugetraut. Mit Marco Mennebäck und Constantin Thase waren eigentlich die mit Abstand produktivsten Spieler in den Herrenbereich gewechselt, wo sie in der 2. Regionalliga wertvolle Erfahrungen sammelten. Verblieben war ein junger Zehner-Kader, der in der Bezirksliga eben irgendwie mitspielen sollte. Nach drei Niederlagen in den ersten vier Spielen schien alle Vorsicht gerechtfertigt. „Aber das war okay. Wir wussten das schon gut einzuordnen“, erzählt Frerichs. Es folgten sieben Siege aus acht Spielen, bei denen Frerichs nach eigenem Bekunden regelmäßig „die Kinnlade herunterfiel“. Gekrönt wurde der beachtliche Lauf durch den Erfolg über Meister Logabirum, der die ohnehin ausgezeichnete Stimmung noch einmal hob.

Spieler sticheln gegen Trainer

„Logabirum hat uns letztes Jahr die Meisterschaft weggeschnappt. So ein Sieg fühlt sich da ziemlich gut an“, findet Frerichs, der sich nun allerdings Sticheleien von seinen Spielern gefallen lassen muss. Denn die kramten einen dk-Artikel aus dem September heraus, in dem der Coach angekündigt hatte, die Vizemeisterschaft würde sich nicht wiederholen lassen: „Jetzt musste ich mir anhören, dass ich keine Ahnung vom Basketball hätte.“

Topscorer Tozan ein Kandidat für die Oberliga

So schön der Erfolg für das Team ist, das in der Bezirksliga bleibt; so unsicher ist jedoch, ob der Herrenbereich kurz- oder mittelfristig davon profitiert. Topscorer Muhammed Tozan, der 19,9 Punkte pro Spiel erzielte und „eine Reboundmaschine“ ist, wie Frerichs sagt, wird durchaus die Begabung für die Oberligamannschaft zugetraut, er soll aber zunächst für die Zweite in der Bezirksklasse auflaufen. Hoffnungsträger ist der 15-jährige Christoph Wiedemann, der bereits neuntbester Werfer der Liga ist und durch Vereinstreue glänzt. Frerichs’ Vorschlag, er solle es doch mal bei einem Tryout für die Jugend-Bundesliga versuchen, lehnte er dankend ab; er wolle lieber in Delmenhorst weiterspielen.