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Volleyball-Oberliga VG Delmenhorst-Stenum in der Sinnkrise

Von Daniel Niebuhr | 14.12.2018, 18:45 Uhr

Beide Volleyball-Teams der VG Delmenhorst-Stenum suchen im Advents-Endspurt den Weg aus dem Oberliga-Tabellenkeller. Ausgerechnet jetzt geht es gegen Topteams.

Gute Familien feiern zusammen, wenn es etwas zu feiern gibt – aber sie leiden auch zusammen, wenn es mal schlecht läuft. Und so teilen Frauen und Männer der VG Delmenhorst-Stenum gerade ihren Dezember-Blues, beide Volleyballteams stecken nach Negativserien in der Oberliga in der Sinnkrise und überraschend im Tabellenkeller. Krisensitzungen gab es schon diverse, die Trainerteams müssen die Aufarbeitung aber im laufenden Betrieb erledigen, denn beide Mannschaften sind noch nicht in der Winterpause.

Erstaunlicherweise sind aber auch alle Beteiligten froh darüber. Frauen-Trainer Kai Stöver verkündet: „Es ist gut, dass wir bis Weihnachten noch drei Spiele haben.“ Zumindest das erste davon verspricht aber nicht gerade, Vergnügungsteuer-pflichtig zu werden: Am Samstag laufen die Delmenhorsterinnen beim Tabellenzweiten TG 1860 Münden auf, der saisonübergreifend neun Heimspiele in Folge gewonnen hat – die VG dagegen hat alle vier Auswärtsspiele in dieser Saison verloren. Stövers Team liegt als Achter nach der Hälfte der Saison schon sechs Punkte hinter Relegationsplatz sieben.

Männer-Derby beim Tabellenführer

Die Männer sind schon im Advents-Endspurt, das letzte Spiel des Jahres findet beim Sensations-Tabellenführer VfL Wildeshausen statt. VG-Trainerin Susanne Schalk weiß selbst nicht, warum beim Dritten der Vorsaison durchgehend der Wurm drin ist, sieben Niederlagen aus acht Spielen sind eine vernichtende Bilanz für einen Club mit großen Ambitionen. „Ich verstehe selbst nicht, was los ist. Wir können viel mehr“, erklärt sie. Immerhin ist der Relegationsplatz zumindest aktuell, trotz der schwachen Saison, nur zwei Zähler entfernt.

Der Blick zum Nachbarn nach Wildeshausen tut da schon ein wenig weh. Der Neuling hat in der Hinrunde verblüffende 18 Punkte gesammelt – sechs Mal so viele wie die routinierten Delmenhorster. „Wildeshausen ist schwer zu bespielen“, sagt Schalk und hat nach den Erfahrungen vom 1:3 im Hinspiel Respekt vor den Mittelblockern Frederik Bartelt und Marco Backhus.

Unabhängig vom Ergebnis wird Delmehnorst-Stenum im neuen Jahr ein langer Abstiegskampf bevorstehen, die Weihnachtsferien fallen deshalb kurz aus. Schon am 4. Januar beginnt das Training wieder, bis dahin will Schalk in Gesprächen „mal auf jeden einzelnen eingehen“.