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Von Titeln und Weltmeeren Thorsten Stürenburg: Meistermacher mit Kapitänspatent

Von Richard Schmid | 04.06.2015, 20:30 Uhr

Hude/Falkenburg Handballtrainer Thorsten Stürenburg von der HSG Hude/Falkenburg bringt Seefahrt und Sport unter einen Hut. Der sechsfache Vater freut sich auf die 3. Liga.

Der Jubel war riesig bei den Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg Anfang Mai: Schon am vorletzten Spieltag sicherte sich der Oberligist die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga, nur sechs Tage zuvor hatte sich das Team den Landespokal geholt und damit für den DHB-Pokal qualifiziert. Mit diesem Double feierte auch Coach Thorsten Stürenburg seinen bisher größten sportlichen Erfolg als Trainer.

Seit Beginn der Saison 2014/15 ist der 44-jährige Stürenburg verantwortlich für die Huder Handballerinnen, die schon in den Jahren zuvor eine gute Rolle in der Oberliga gespielt hatten. Unter dem selbstbewussten Stürenburg wurde die Rückkehr in die 3. Liga zum erklärten Ziel – und das berechtigt, wie das Team von Beginn an zeigte. „Ich will möglichst immer gewinnen“, erklärt Stürenburg sein Credo, das sein Team ganz offensichtlich bestens verinnerlicht hatte. „Wir wollten am Ende der Saison die Mannschaft sein mit dem besten Angriff und der besten Abwehr“, sagt Stürenburg – das Ziel wurde erreicht.

Keine Angst vor Liga 3

Zudem gelang es dem Coach, das Spiel seiner Handballerinnen unberechenbarer zu machen. Die Umstellung auf eine offensivere 3-2-1-Deckung gab so manchem Gegner in der abgelaufenen Saison unlösbare Rätsel auf. Inwieweit das variantenreiche Spiel der HSG-Frauen auch in der dritten Liga bestehen kann, wird sich zeigen. „Wir sind ein gefestigtes Team. Deshalb ist mir auch nicht bange, dass wir in der dritten Liga nicht konkurrenzfähig sein könnten“, gibt sich Stürenburg im Hinblick auf die kommende Saison optimistisch.

Bereits in sehr jungen Jahren kam Stürenburg, der zunächst als kleiner Knirps mit dem Judo angefangen hatte, zum Handball. „Der Einzelsport war nicht so mein Ding“, erzählt er. Zunächst beim SV Atlas aktiv stieß er im Alter von elf Jahren zur TS Hoykenkamp, dem Verein, mit dem er als Spieler alle Jugend- und Erwachsenenteams durchlief. Nach 18 Jahren beendete er im Alter von 37 seine aktive Karriere als Spieler, um unmittelbar danach als Trainer weiterzumachen. Sein Engagement endete erst im Januar 2014, als er für viele überraschend nach einem Sieg über den TvdH Oldenburg zurücktrat. „Die Mannschaft“, sagte er damals, „braucht mal frischen Wind.“

Sämtliche Weltmeere bereist

Er selbst wahrscheinlich auch. Mit der HSG Hude/Falkenburg fand Stürenburg eine neue Herausforderung. Und Herausforderungen scheint der sympathische Coach generell zu lieben: Stürenburg fuhr einst zur See, machte später noch das Kapitänspatent und befuhr sogar sämtliche Weltmeere. Keine leichte Aufgabe, möchte man meinen, Handball und Seefahrt unter einen Hut zu bringen. Stürenburg schaffte es irgendwie. „Die notwendige Kondition habe ich mir auf dem Schiff geholt“, erzählt er. Inzwischen ist er seit 1992 bei der Bremer Wasserschutzpolizei, eine Tätigkeit, die ihm trotz des Schichtdienstes genügend Raum und Zeit für das Training lässt.

Dass bei einem derartig sportbegeisterten sechsfachen Familienvater (zwei Kinder stammen aus erster Ehe) auch der Rest der Familie sehr aktiv ist, liegt eigentlich auf der Hand. Seine Frau spielte Badminton und Volleyball, eine Tochter ist in der nächsten Saison im zweiten Damenteam der HSG Hude/Falkenburg aktiv. Inzwischen haben die Stürenburgs auch das Golfspiel für sich entdeckt. „Das entspannt und ist unser gemeinsames Hobby“, erklärt er.