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Vorrunde zur Handball-Oberliga Rückschläge für Oberliga-Anwärter der HSG Delmenhorst

Von Jörg Schröder | 23.10.2018, 22:44 Uhr

Die HSG Delmenhorst will mit A- und B-Jugend in die Handball-Oberliga – doch das wird nicht leicht. Am Wochenende verloren beide Handball-Teams gegen den Nachwuchs eines Ex-Bundesligisten. Grüppenbühren zeigt dagegen, dass zwei Feldspieler manchmal reichen.

Die HSG Delmenhorst hat in ihrer Geschichte noch selten kleine Brötchen gebacken, die Spielgemeinschaft hat ihre Ambitionen immer offen kommuniziert. Im Nachwuchsbereich gehören die Delmenhorster Handballer zu den Ausnahmevereinen, die alle Jahrgänge besetzt haben und weiblich wie männlich von der C- bis zur A-Jugend mindestens in der Landesliga spielen. Zwei Drittel des Etats fließt in die hauseigenen Talente.

In dieser Saison geht die HSG einen historischen Schritt an, erstmals könnten die beiden ältesten männnlichen Jahrgänge die Oberliga erreichen, die in der B-Jugend die höchste und in der A-Jugend die zweithöchste Klasse ist. Die HSG-Teams müssen sich in der Oberliga-Vorrunde aber mit prominenten Namen herumschlagen – und erleiden dabei manchmal Rückschläge. Am Wochenende erwischte es beide: Gegen den Nachwuchs des Ex-Bundesligisten VfL Fredenbeck gab es für die A-Jugend auswärts ein 28:38, für die B-Jugend zuhause ein 25:32. Um sich für die Oberliga zu qualifizieren, muss es mindestens Rang drei sein – die Delmenhorster A-Jugend ist nach der Hälfte der Spiele Vierter, die B-Jugend Sechster.

Bank kassiert Zeitstrafe und Rote Karte

Die A-Jugendlichen dürften bei der Aufarbeitung um das Schlüsselwort „Disziplin“ nicht herumkommen, sie standen sich in Fredenbeck selbst im Weg. Schon in der ersten Hälfte kassierten die Delmenhorster fünf Strafen, allein die Bank bekam bis eine Gelbe, eine Rote Karte und einmal zwei Minuten. Es war verblüffend, wie die Gäste trotzdem im Spiel blieben und in Unterzahl vier Treffer erzielten. Nach dem 14:17 aus Delmenhorster Sicht (27.) gab es zwei späte Gegentore bis zur Pause und zwei frühe danach – und nach dem 14:21 kam die HSG nicht mehr zurück.

Die B-Jugendlichen hatten gegen ungeschlagene Fredenbecker weniger Probleme mit der Disziplin – sie fingen sich nur zwei Zeitstrafen und kein einziges Siebenmeter-Gegentor ein –, dafür aber mit der Präzision. „Wir hatten uns so viel vorgenommen. Wir wollten beide Punkte holen“, erzählt Trainer Tizian von Lien. Letztlich mussten er und sein Team aber ein 25:32 hinnehmen. Die HSG lief durchgehend hinterher, blieb gegen die körperlich robusten Gäste bis zum 16:18 in der 32. Minute jedoch dran. Dann gab es vier Gegentreffer in Folge und schließlich die klare 25:32-Niederlage.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zittert

Während für Delmenhorst die Oberliga ein gewaltiger Erfolg wäre, ist sie für die A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nach der verpassten Bundesliga-Qualifikation nur ein Trostpreis. Die einzige noch verlustpunktfreie Mannschaft der Vorrunde hatte bei der HG Jever/Schortens einen leichten Hänger und musste sich zum 25:23 zittern. Nach dem 23:19 leistete sich die HSG in den letzten vier Minuten vier Zeitstrafen, zwischenzeitlich standen nur noch zwei Feldspieler gegen sechs Jeveraner auf dem Parkett. „Hauptsache wir sind der Oberliga einen Schritt näher“, sagte Trainer Stefan Buß.