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Wahl der Sportler des Jahres 2017 Delmenhorster SV schwimmt zum Zweitliga-Klassenerhalt

Von Richard Schmid und Frederik Böckmann | 22.02.2018, 20:50 Uhr

Bis zum 2. März stellt die dk-Lokalredaktion die Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften vor, die für die Wahl der Sportler des Jahres 2017 in Delmenhorst nominiert sind. Heute: Die Schwimmerinnen des Delmenhorster SV.

Als die Schwimmerinnen des Delmenhorster SV 05 im Rahmen der deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2016 zum ersten Mal in ihrer Geschichte in die 2. Bundesliga Nord aufgestiegen waren, gab es nicht wenige, die dem Team nur ein kurzes Gastspiel prophezeiten. Doch allen Unkenrufen zum Trotz, das Team um Trainer Björn Lippel hielt im Februar 2017 beim Wettkampf in Hannover mit einem souverän herausgeschwommen Rang acht die Klasse.

Mit 14348 Punkten toppten die DSV-Athletinnen ihre 2016er-Leistung (13879 Punkte) um fast 500 Zähler. In zwei Durchgängen mussten die DSV-Damen 13 verschiedene Wettkampfstrecken in wechselnder Besetzung absolvieren. Die Zeiten wurden dann in Punkte umgerechnet. Rang acht war dann umso bemerkenswerter, da die Delmenhorsterinnen mit TWG 1861 Göttingen (9.) und der SG Region Oldenburg (10.) auch zwei Landesstützpunkte hinter sich ließen. „Wir waren sehr gut vorbereitet. Alle Mädels waren fit“, freute sich Lippel damals, auch wenn einige Schwimmerinnen noch mit den Nachwirkungen von grippalen Infekten zu kämpfen hatten.

Drei Delmenhorster Schwimmerinnen stachen im Februar 2017 mit ihren Leistungen besonders heraus. Tatjana Barke war über 50 Meter Freistil sowie 100 und 200 Meter Schmetterling so schnell unterwegs wie vorher noch keine Delmenhorsterin, Larissa Engelbart schwamm über 100 und 200 Meter Brust zwei neue Clubrekorde, während Alida Mühlenhort über 200 Meter Lagen eine neue Vereinsbestzeit aufstellte. Ein Sonderlob von Lippel verdiente sich auch Mara Anders als jüngste DSV-Schwimmerin. Er hielt fest: „Alle haben einen Riesensprung gemacht.“

Und vor einigen Tagen setzen die Schwimmerinnen noch einen drauf: In einem geradezu phänomenalen Wettkampf mit zahlreichen persönlichen Rekorden gelang Lena Anders, Mara Anders, Tatjana Barke, Fiora Behnke, Pia Müller, Victoria Dietz, Larissa Engelbart, Charleen Kölling, Alida Mühlenhort und Celine Rüdebusch ein völlig unerwarteter vierter Platz in Liga zwei.

„Dass wir gegen so starke Mannschaften wie Hamburg, Berlin und Hannover mithalten können, ist schon eine kleine Sensation“, freut sich Lippel über die Ergebnisse. „Wir sind eine reine Hobbymannschaft, die das Wettkampfschwimmen neben Schule, Studium oder Beruf betreibt. Umso stolzer bin ich, dass wir gegen nahezu professionell aufgestellte Teams aus den norddeutschen Großstädten bestehen können“, sagt er.

Mit Teamgeist zum Erfolg

Beim deutschen Mannschaftswettbewerb treten in der 2. Bundesliga Nord insgesamt zwölf Teams gegeneinander an. Dabei wird das komplette olympische Programm zweimal absolviert, wobei jede Schwimmerin viermal ins Wasser gehen darf. Alle erreichten Schwimmzeiten in den fünf Disziplinen (Freistil, Schmetterling, Rücken, Brust und Lagen) werden in Punkte umgerechnet. Das Schwimmteam mit den meisten Punkten steigt in die eingleisige 1. Bundesliga auf.

„Auch nächstes Jahr wollen wir in der 2. Bundesliga wieder gehörig mitmischen und so manchem etablierten Team ein Schnippchen schlagen“, sagt Trainer Björn Lippel, der keine seiner Schwimmerinnen besonders hervorheben will. „Bei diesem Event geben immer alle alles. Die Begeisterung, der Zusammenhalt in unserer Mannschaft ist großartig. Nur so sind diese Erfolge möglich“, betont er.