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Wer spielt gegen Bad Rothenfelde? Das Personalpuzzle des Jürgen Hahn

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 03.08.2016, 09:27 Uhr

Steht Florian Urbainski oder David Lohmann gegen Bad Rothenfelde im Tor? Wer spielt Linksverteidiger? Und wie sieht die Offensivformation aus? Das sind drei Fragen, die Trainer Jürgen Hahn, Trainer der Fußball-Landesligisten SV Atlas Delmenhorst, vor dem ersten Spieltag gegen den SV Bad Rothenfelde noch zu beantworten hat.

Das Testspiel zwischen dem VfL Wildeshausen und dem SV Atlas Delmenhorst hatte gerade richtig Schwung aufgenommen, da schickte Atlas-Trainer Jürgen Hahn nach rund einer halben Stunde exakt neun seiner Ersatzspieler zum Warmmachen hinter das eigene Tor. Unabhängig davon, dass Hahn die erste Halbzeit seiner Blau-Gelben nicht in allen Mannschaftsteilen überzeugt hatte, wechselte er zur Pause seine Startformation fast komplett durch. Das Signal war klar: Coach Hahn wollte fast allen Akteuren noch einmal die Möglichkeit geben, sich vor dem Saisonauftakt am Sonntagnachmittag (15 Uhr) gegen den SV Bad Rothenfelde nochmals zu präsentieren. (Weiterlesen: SV Atlas Delmenhorst offenbart defensive Schwächen)

Nach 90 Minuten endete das Freundschaftsspiel für den SV Atlas im Rahmen der 125-Jahr-Feier des VfL Wittekind gegen den künftigen Liga-Konkurrenten 2:2, und Hahn räumte danach unabhängig vom Ergebnis ein, dass er – ohne Namen zu nennen – nach der Partie nicht mit allen Akteuren zufrieden war. „Ein, zwei Positionen haben mir nicht so gut gefallen. Die sind weiterhin offen“, erklärte der Atlas-Trainer, der nach dem Schlusspfiff noch länger mit Co-Trainer Marco Büsing und dem Sportlichen Leiter Jörg Rosenbohm in der Trainerbank das Geschehen analysierte.

Große Umbauarbeiten sind gegen Bad Rothenfelde nicht zu erwarten

Dabei dürfte es sicherlich auch um die Startformation für das Match gegen Bad Rothenfelde gegangen sein. Hahn wollte wie üblich keine Details darüber preisgeben, aber es deutet einiges daraufhin, dass er seine Anfangself gegen Wildeshausen auch gegen die Salinenstädter nicht im ganz großen Stil umbauen wird.

In der Viererkette im bewährten 4-2-3-1-System scheinen Rechtsverteidiger Kevin Radke sowie die beiden Innenverteidiger Hanno Hartmann und Florian Knipping gesetzt. Wer Linksverteidiger spielt, scheint noch offen zu sein. Hier sind Tom Witte, Maximilian Klatte und Thomas Mutlu die Kandidaten.

Von Seggern und Bruns wohl gesetzt

Mutlu spielte in der zweiten Halbzeit in Wildeshausen im zentralen defensiven Mittelfeld neben Kapitän Daniel von Seggern. In Hälfte eins gaben Stefan Bruns und Dennis Janssen die Sechser. Auch auf diesen Positionen dürfte Hahn an seiner bewährten Doppelsechs mit Abräumer Bruns und dem Strategen von Seggern wohl kaum rütteln – zumal Neuzugang Janssen gegen Wildeshausen Schwächen im Spielaufbau und im taktischen Verhalten zeigte.

Zu sehen war: Mit dem Wildeshauser Angriffspressing und gegen die schnellen, kombinationsstarken Flügelspieler wie Kevin Kari oder Sven Apostel hatte die SVA-Defensive gelegentlich Probleme. Ob die Atlas-Abwehr, die in den vergangenen Jahren den Grundstein für die Aufstiege legte, auch gegen die nachweislich stärkeren gegnerischen Offensivreihen bestehen kann, ist eine Frage, die die SVA-Verantwortlichen auch intern diskutieren.

Lohmann und Urbainski - zwei Torhüter der Extraklasse

Keine Sorgen muss sich Altas dagegen um die Besetzung im Tor machen. Mit dem Oberliga erfahrenen David Lohmann und dem Regionalliga erprobten Florian Urbainski hat Atlas zwei Torhüter der Extraklasse in seinen Reihen – was sie auch gegen Wildeshausen einige Male bewiesen. Wer die Nummer 1 bei Atlas sein wird, darauf hatte sich Hahn bis Sonntag noch nicht festgelegt.

In der Offensive könnten drei der vier Positionen vergeben sein. An Spielmacher Musa Karli, Torjäger Dominik Entelmann und Neuzugang Patrick Degen. Entscheidend wird sein, ob Hahn und Büsing gegen Bad Rothenfelde als Stoßstürmer auf den erfahrenen Iman Bi-Ria setzen. Oder ob sie einen schnellen, flinke Flügelspier wie Lars Scholz, Simon Matta oder Steven Müller-Rautenberg Außen bringen wollen.

Bragula: „ ... die würde ich mit Kusshand nehmen“

So oder so: Hahn hat zumindest in der Offensive die Qual der Wahl. Oder, wie es Wittekind-Trainer Marcel Bragula in seiner unnachahmlichen Art nach dem Freundschaftskick ausdrückte: „Spieler, die beim SV Atlas nur eingewechselt werden oder gar nicht spielen, würde ich in Wildeshausen sofort mit Kusshand nehmen.“