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Werder II schlägt SV Meppen Florian Kohfeldt und das gute Gefühl

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 07.10.2016, 23:09 Uhr

Seit Dienstag ist Florian Kohfeldt neuer Trainer beim Werder Bremen II. Der in Delmenhorst aufgewachsene Kohfeldt freut sich beim Fußball-Drittligisten auf die „spannende und sehr schöne Aufgabe“. Zu den Gratulanten des 34-Jährigen gehörte auch ein Fußballer aus der Region.

Das Testspiel zwischen Werder Bremen II und dem SV Meppen in Ahlhorn war gerade einige Minuten beendet, da unterhielten sich Ludger Stratmann und Florian Kohfeldt über die vergangenen 90 Minuten. Der Abteilungsleiter des ASV und der neue Trainer des Drittligisten bedankten sich gegenseitig für die gute Zusammenarbeit an diesem Fußball-Nachmittag, und am Ende des Gesprächs machte Stratmann dem Werder-Coach dieses charmante Angebot: „Kommt doch im Sommer zu einem Blitzturnier zu uns.“

Kohfeldt konnte diese Einladung für die nächste Saisonplanung natürlich noch nicht annehmen. Doch der neue Übungsleiter der U23 der Grün-Weißen dürfte das Spiel in seiner späteren Trainer-Vita mit Sicherheit in guter Erinnerung behalten. Denn das Freundschaftsspiel gegen Meppen war das zum einen das erste, in dem Kohfeldt als Chef-Coach einer Profi-Mannschaft hauptverantwortlich war. Zum anderen freute sich Kohfeldt nach Toren von Melvyn Lorenzen (18.), Enis Bytyqi (49./71./77.) und Onur Capin (69.) über die gute Leistung beim 5:0 (1:0) gegen den Tabellenführer der Regionaliga Nord. Er sprach nach der Partie von einem „sehr guten Test gegen einen sehr guten Gegner“. Vor allem mit der Defensivleistung seiner Jungs zeigte er sich sehr zufrieden. „Wir haben viele Dinge, die wir in der Woche besprochen haben, gut umgesetzt. Wir haben keine Chance für den Gegner zugelassen.“ (Weiterlesen: Der Spielbericht aus Sicht des SV Meppen)

Intensive Tage für Florian Kohfeldt

Dass die Abstimmungen und Abläufe über weite Strecken der Partien bei Werder gut klappten, kam nicht nur für Kohfeldt, sondern auch für die Werder-Fans unter den 150 Zuschauern zumindest etwas überraschend. Denn der 34-Jährige, der in Delmenhorst aufgewachsen ist und in der Jugend für den TV Jahn im Tor stand, ist erst seit Dienstag Coach beim Werder-Unterbau.

Nachdem Kohfeldt vor zwei Wochen als Co-Trainer der Bundesliga-Profis zusammen mit Viktor Skripnik und dem zweiten Assistenten Torsten Frings von seinen Aufgaben freigestellt worden war, trat er diese Woche die Arbeit bei der Werder-Reserve an; er ging damit den umgekehrten Weg seines Vorgängers Alexander Nouri, der am vergangenen Sonntag zum Cheftrainer der Grün-Weißen befördert worden war.

Für Kohlfeldt waren es zuletzt intensive Tage. Nach seiner Beurlaubung habe er gar keine Zeit gehabt, sich mit vielen anderen Dingen zu beschäftigen. Denn: „Ich bin umgezogen“, erklärte er mit einem Schmunzeln. Dass der Trainer-Youngster den Werder-Unterbau übernehmen durfte, dafür sei er Werder „sehr dankbar“. Es sei ein tolles Gefühl den Nachwuchs zu betreuen und sich als Trainer in der 3. Liga beweisen zu können. Kohfeldt sprach von einer „spannenden und sehr, sehr schönen“ Aufgabe. Seine neue Mannschaft habe es ihm gleich mit der ersten Ansprache am Dienstag leicht gemacht: „Das ist ein sehr offenes, harmonisches Team.“

Christoph Pospich gratuliert altem Mitspieler zu neuem Job

Über die Delmenhorster Fußballszene im Allgemeinen und seinen Ex-Verein TV Jahn im Speziellen informiert sich Kohfeldt weiterhin; vor allem dann, wenn er seine Familie in Delmenhorst besucht. Natürlich habe er aus seinem früheren Umfeld auch Kurznachrichten zu seinem neuen Job erhalten, erzählte Kohfeldt. Einer der Gratulanten war der frühere Stenumer Torjäger Christoph Pospich, mit dem Kohfeldt vor fast 15 Jahren bei Werder III (unter Skripnik) zusammenspielte.

Die Gegenwart für Kohfeldt heißt aber Werder II und 3. Liga. Und dort stecken die Grün-Weißen (wenig überraschend) als 17. der Tabelle im Abstiegskampf. Was für ein Trainer-Typ der Fußball-Lehrer ist, zeigte er in Ahlhorn: Seinen Spielern gab er kurze, knackige Anweisungen mit auf den Weg; er lobte, dirigierte und zeigte bessere Lösungen an – und das alles in einem sachlichen, unaufgeregten Ton.

Erstes Pflichtspiel am 15. Oktober bei Holstein Kiel

Seine neuen Spieler schienen die Instruktionen ihres Chefs jedenfalls gleich zu verstehen. „Unser Gegenpressing war schon sehr gut“, meinte Kohfeldt. Aus diesen Situationen fielen schließlich auch drei der fünf Werder-Tore. Mit Blick auf das erste Pflichtspiel am 15. Oktober bei Holstein Kiel, das einen Scout nach Ahlhorn geschickt hatte, meinte Kohlfeldt: „An der Spielkontrolle können wir noch arbeiten.“

Nichtsdestotrotz: Trainer-Veteran Klaus Ebel, der das Testspiel zwischen Werder und Meppen eingefädelt hatte, zeigte sich überrascht von der Höhe des Bremer Sieges. Warum, war für ihn einfach: „Werder hat das echt gut gemacht.“ Worte, die Florian Kohfeldt gerne hören dürfte.