Ein Angebot der NOZ

Wildeshausen schlägt Türkgücü 2:1 Sebastian Bröcker bringt Krandelstadion zum Beben

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 29.05.2016, 20:34 Uhr

Fußball-Landesligist VfL Wildeshausen hat das „Abstiegsendspiel“ gegen den SC Türkgücü Osnabrück spät mit 2:1 (1:0) gewonnen. Damit hat Wittekind vor dem letzten Spieltag am Samstag (17 Uhr) gegen den SV Holthausen-Biene im Kampf um den Klassenerhalt nun alle Trümpfe in eigener Hand.

Als die leidige Negativserie endlich ein Ende zu nehmen schien, der erste Sieg nach elf sieglosen Spielen und der Big Point im Abstiegskampf zum Greifen nah war, da mussten die Emotionen bei den Fußballern des VfL Wildeshausen einfach raus. Im Sprint stürzten sich Spieler, Trainer und Betreuer auf Sebastian Bröcker, untergruben ihn unter ihrer Jubeltraube und brachten das Krandel-Stadion förmlich zum Beben. Bröcker hatte soeben für den VfL in der zweiten Minute der Nachspielzeit den erlösenden 2:1 (1:0)-Siegtreffer im „Abstiegsfinale“ gegen den direkten Konkurrenten Türkgücü Osnabrück erzielt, der den VfL im Kampf um den Landesliga-Klassenerhalt auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz hievte.

„Der Mythos Krandel lebt“, jubelte VfL-Trainer Marcel Bragula angesichts des historischen Datums – exakt vor einem Jahr machte Wildeshausen gegen den SV Atlas den Aufstieg perfekt – und stellte nach der emotionalen 94-minütigen Achterbahnfahrt auch völlig erschöpft fest: „Das war Stress pur heute.“ Für ihn, die Spieler und die knapp 400 Zuschauer.

Ein Remis reicht VfL Wildeshausen wohl zum Klassenerhalt

Vor dem entscheidenden letzten Punktspiel am Samstag (17 Uhr) gegen den SV Holthausen-Biene ist die Ausgangslage im Abstiegskampf für den VfL (39 Punkte/-5 Tore) im Vergleich zum schärfsten Konkurrenten Türkgücü (37 Punkte/-13 Tore), der beim abgestiegenen SV Wilhelmshaven antreten muss, klar: Mit einem Sieg hat Wildeshausen den Klassenerhalt eingetütet, bei einem Unentschieden so gut wie.

Wildeshausen startete konzentriert, druckvoll und ging nach 25 Minuten und nach einigen zuvor vergebenen guten Chancen schließlich verdient mit 1:0 in Führung: Mittelstürmer Lennart Feldhus köpfte eine Freistoßflanke von Jan Lehmkuhl zum 1:0 in die Maschen. Eine Minute später verließ der Flügelspieler Janek Jacobs nach einem Foul wegen einer Oberschenkelzerrung das Feld – und die Gastgeber verloren plötzlich ihren Faden.

Wildeshausen vergibt hochkarätige Konter leichtfertig

Dies änderte sich auch nach dem Wechsel nicht. Wildeshausen kämpfte, rackerte und ackerte. Doch seine spielerische Linie hatte der VfL irgendwo verloren. Zudem vergab Wildeshausen seine hochkarätigen Konter etwa bei einer Doppelchance durch Lehmkuhl und Feldhus (62.) leichtfertig. Das rächte sich: Furkan Güraslan zirkelte einen 22-Meter-Freistoß herrlich zum 1:1 in den Winkel (76.). Zuvor hatten Gregoria Andrade (65.) und Oguz Deniz (69., Latte) für die Gäste bereits den Ausgleich auf dem Fuß.

Angesichts der Tabellenkonstellation agierten nun beide Mannschaften mit offensivem Visier. Bragula schmiss Aufstiegsheld Kai Schmale in die Partie und stellte das System auf ein 3-5-2 um. In einer rasanten, nervenaufreibenden Schlussphase gab es Großchancen fast im Minutentakt. Feldhus (83./88.) und Schmale (84.) für Wildeshausen sowie auf der Gegenseite Harun Ucar (86.) hatten den klasse Möglichkeiten, ehe der große Moment von Sebastian Bröcker schlug. Einen Pass von Storven Bockhorn knallte der Mittelfeldspieler mit links ins lange Eck – und das Krandel explodierte emotional. „Für Sebastian freut es mich das Tor besonders. Er hat sich im Laufe der Saison toll entwickelt“, lobte Bragula seinen Matchwinner.