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Zana Ibrahim vom TSV Ippener „Wenn ich mich nicht verletze, schieße ich 30 Tore“

Von Lasse Bahlmann, Lasse Bahlmann | 25.08.2017, 11:27 Uhr

Zana Ibrahim lieferte beim 9:1-Sieg gegen den TV Jahn Delmenhorst mit fünf Toren und zwei Vorlagen eine Galavorstellung ab. Warum es so gut läuft erklärt er im DK-Gespräch.

Auch einige Tage nach seinem Galaauftritt konnte Zana Ibrahim seine Leistung immer noch nicht ganz fassen: „Es hat sich komisch angefühlt. Alles hat geklappt, egal von wo ich geschossen habe. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl.“ Er hatte beim 9:1 seines TSV Ippener gegen den TV Jahn Delmenhorst in der Fußball-Kreisliga fünf Tore erzielt und zwei vorbereitet. „Das war genial, einmalig“, sagte Ippeners Trainer Chawkat El-Hourani zur Leistung seines Schützlings. Als einen „super Techniker“, der „alles hat, was ein Stürmer braucht“ beschrieb El-Hourani den Angreifer.

Schlitzohriger Freistoß

In diesem Spiel war für ihn alles möglich, kein Treffer war wie der Andere. So erzielte er ein Freistoßtor in bester Schlitzohrmanier, während der Torwart seine Mauer noch stellte. Dann lief Ibrahim nach einem Einwurf an der Mittellinie durch und tunnelte den Jahn-Keeper – und er verwandelte auch ganz simpel einen Querpass. Auch ein Abstauber war dabei: Nachdem der Jahn-Torwart Mihail Artene seinen Kopfball an die Latte gelenkt hatte, schob er den Ball im Nachschuss ein. Das Highlight war aber ein Tor, bei dem Ibrahim den Ball mit der Brust über einem Gegenspieler annahm und eiskalt verwandelte. El-Hourani sagte dazu: „Das war technisch perfekt, im Stil von Lewandowski.“ Der Stürmer zeigte sich selbstbewusst: „Ich habe vor dem Spiel gesagt: Ich muss nur einmal treffen, dann klappt es wieder.“

Das Geheimnis der Offensivstärke sind die Brüderpaare Bassal und Zana Ibrahim sowie Hayri und Zinar Sevimli. „Bei uns Vieren klappt alles blind. Man weiß immer genau, wo man hinlaufen muss“, sagte Zana Ibrahim. Wenn der Pass dann doch mal ungenau kommt, sei das auch kein Problem: „Die anderen drei sind schneller als ich, die bekommen die Bälle trotzdem noch.“

Nur nicht wieder verletzen

Ippener sieht Ibrahim unter den ersten Drei in der Kreisliga-Endabrechnung, wenn die unnötigen Platzverweise abgestellt werden – neun davon gab es in der Vorsaison: „Wenn wir unsere eigene Dummheit in den Griff kriegen, spielen wir oben mit.“ Dabei ist dieses „wir“ im Bezug auf den TSV Ippener nicht selbstverständlich. Als der damalige Trainer Andreas Lorer aufhörte, wollte Zana Ibrahim eigentlich auch wechseln. Dass Chawkat El-Hourani den Posten übernahm, bewog ihn zum Bleiben.

In der Vergangenheit wurde der 26-Jährige oft durch Verletzungen ausgebremst, er verpasste auch einen großen Teil der vergangenen Saison. Bei seinen vorherigen Stationen TV Jahn und FC Hude war er teilweise fast ganze Spielzeiten verletzt. Für diese Saison gibt sich der Ältere der beiden Ibrahim-Brüder optimistisch: „Jetzt geht es mir gut. Das Knie ist heile und ich habe keine Schmerzen. Wenn ich mich nicht verletze, schieße ich 30 Saisontore.“ Die ersten fünf hat er schon. Am Sonntag kann er weiter am Ziel arbeiten, dann kommt der Vorletzte TV Munderloh nach Ippener.