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ZDF-Legende ist sich sicher Rolf Töpperwien glaubt an Sieg des SV Werder Bremen

Von Lars Pingel | 13.05.2016, 22:57 Uhr

Rolf Töpperwien hat für das ZDF von vielen Bundesliga- und Europapokalspielen des SV Werder Bremen berichtet. Der 65-Jährige ist sich sicher, dass Werder an diesem Samstag das „Abstiegsendspiel“ gegen Eintracht Frankfurt gewinnt.

Einem Rededuell mit Uli Hoeneß ist Rolf Töpperwien nie aus dem Weg gegangen, auch wenn das Verhältnis zwischen den beiden bestenfalls mit „nicht gut“ beschrieben werden konnte. Dem ehemaligen Manager und Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München missfiel wohl vor allem die große Nähe zu Werder Bremen, die der Reporterlegende des ZDF nachgesagt wird. „Was ist grün und stinkt nach Fisch? Werder Bremen und Rolf Töpperwien“, habe Hoeneß einmal gesagt, erzählt Töpperwien. Der 65-Jährige hat sich im September 2010 mit einem Bericht über das Nordderby Werder gegen den Hamburger SV (3:2) im „Aktuellen Sportstudio“, sein nach eigener Angabe 1444. Bundesliga-Bericht seit 1973, aus der Fernseh-Berichterstattung verabschiedet. Er lebt in Wiesbaden. Der Fußball fasziniert ihn immer noch und so wird in einem Gespräch über Delmenhorst und den aus der Stadt stammenden Kult-Moderator des Hessischen Rundfunks Werner Reinke natürlich irgendwann auch der Erstligaklub aus Bremen zu einem Thema. Und das Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag im Weserstadion, in dem Werder einen Heimsieg holen muss, um sich den Ligaverbleib zu sichern. „Ich glaube“, sagt Töpperwien, „dass die eklatanten Fehlentscheidungen am Vorwochenende, das nicht gegebene Bremer Tor in Köln und das ebenfalls nicht anerkannte Tor des Dortmunders Mats Hummels gegen Frankfurt, die Werder vier Punkte gekostet haben, sich am Samstag zu einem Vorteil entwickeln. Werder wird so viel Motivation daraus ziehen, dass die Mannschaft das Spiel 100-prozentig gewinnen wird.“

Töpperwien glaubt an Werder

Die Ausgangsposition, gewinnen zu müssen, liegt Werder auch einfach besser, als etwas verteidigen zu können, nennt Töpperwien einen weiteren Grund für seinen Optimismus. „Das hat die Mannschaft auch beim 6:2 gegen den VfB Stuttgart gezeigt.“ Dazu käme, dass die ganze Stadt hinter der Mannschaft steht. Das werde den Spielern mächtig Auftrieb geben.

Besondere Beziehung zu Otto Rehhagel

Hoffnung auf ein Happy End für die Bremer lasse sich außerdem aus deren Geschichte ziehen. „Werder hat jahrzehntelang unter Druck immer die besten Leistungen gebracht“, sagt Töpperwien und erinnert an legendäre Werder-Spiele im Europapokal wie das 5:3 über den RSC Anderlecht im Dezember 1993 nach einem 0:3-Halbzeitrückstand. Trainer war damals Otto Rehhagel. Seit 1981 arbeitete „König Otto“ in Bremen. Er führte den Klub bis an die europäische Spitze. In dieser Zeit wurde auch Töpperwien zu einem der populärsten Sportreporter in Deutschland. Er berichtete oft aus Bremen. Mit Rehhagel duzt er sich. „Er hat eine der größten Sensationen geschafft, als er 1998 mit Kaiserslautern als Aufsteiger Meister wurde und hat das dann bei der EM 2004 noch getoppt, indem er mit Griechenland den Titel gewann“, schwärmt Töpperwien. Das Interview, das er nach dem Finale in Lissabon mit dem Trainer führte, halten viele für den Karrierehöhepunkt des Reporters. Seit der WM 2010 herrscht aber Funkstille. Töpperwien hatte Rehhagel, nachdem die Griechen ausgeschieden waren, gefragt ob er Trainer bleibt. Rehhagel ließ Töpperwien einfach stehen.

Rolf Töpperwien verfolgt Bundesliga-Finale im Radio

Töpperwiens Rangliste der größten Fußball-Sensationen hat inzwischen neue Spitzenreiter: den Klassenerhalt von Darmstadt 98 und der Erfolg von Leicester City in der englischen Premier League. „Das macht die Faszination am Fußball aus“, sagt Töpperwien. „Erklärungen gibt es dafür nicht. Die Konsequenz, dass so etwas trotzdem möglich ist, wird in keiner anderen Sportart erreicht.“

Ob sich seine große Zuversicht in der Werder-Frage bestätigt, wird Töpperwien zuhause in Wiesbaden verfolgen. Im Radio. „Ich werde mir die große ARD/WDR-Konferenz anhören. Das ist spannender als die Fernseh-Konferenz.“ Die Radio-Konferenz sei schneller am Ort des Geschehens, findet die Fernseh-Legende. Mit Hoeneß verstehe er sich inzwischen übringens sehr gut, sagt Töpperwien, der in Osterode am Harz geboren wurde, dann noch. Und sein Lieblingsverein ist Eintracht Braunschweig.