Die Erinnerungen an das Edmund-Plambeck-Stadion dürften im Lager des SV Atlas Delmenhorst nicht ganz so gut sein. Die Motivation, gerade deswegen dieses Mal eine bessere Performance hinzulegen, dafür umso größer. Für die dortigen letzten beiden Auftritte der Delmenhorster geht der Blick zurück in die Saison 2022/23, an deren Ende der Abstieg in die Oberliga Niedersachsen stand.
0:1 hieß es im Februar 2023 zum einen gegen den FC St. Pauli II, und 1:3 gegen Eintracht Norderstedt Ende April. Beide Teams tragen in dem Stadion ihre Heimspiele aus und sind auch jetzt wieder mit von der Partie. Am Sonntag um 14 Uhr beginnt für den SV Atlas bei Eintracht Norderstedt die Regionalliga-Saison 2026/27. Drei Jahre Geduld waren erforderlich, nun darf der Verein also wieder in der Liga auflaufen, in der er sich selbst am liebsten sieht.
„Ich freue mich total auf den Saisonstart“, sagt Atlas-Sportvorstand Bastian Furken, und auch Coach Key Riebau hat immer wieder seine Vorfreude auf die bevorstehende Spielzeit zum Ausdruck gebracht.
Klar ist aber auch, dass es für Riebau und seine Jungs eine andere Hausnummer wird, in der 4. Liga zu bestehen, denn nur darum geht es zunächst. Der Pokalauftritt vor einer Woche bei Ligamitfavorit Drochtersen/Assel, bei dem Atlas knapp nach Verlängerung unterlag, macht den Verantwortlichen jedoch Mut. „Die Jungs haben gezeigt, was sie können. Das müssen sie jede Woche wieder aufs Parkett bringen, um Punkte zu sammeln – möglichst 40, um den Klassenerhalt so früh wie möglich einzutüten“, sagt Bastian Fuhrken.
Im Kader der Delmenhorster hat sich in der Sommerpause einiges getan, zehn vorwiegend jungen Neuzugängen stehen neun Abgänge gegenüber.
Zehn Neuzugänge
Leistungsträger wie Marco Stefandl, Josip Tomic oder Dylan Burke haben den Verein verlassen, die Lücken füllen sollen Akteure wie Fin Tiedeken, Niklas Tepe oder Yehor Melenivskyi.
Von den Neuen ist lediglich Verteidiger André N'Diaye älter als 25, die restlichen neun Spieler sind zwischen 18 und 22 Jahre alt. Regionalliga-Erfahrung weisen von den Neuzugängen nur Niklas Tepe, Amin Muja, André N'Diaye und Yehor Melenivskyi auf. Tepe kam von BW Lohne, Muja vom SV Meppen II, N'Diaye aus Rehden und Melenivskiy vom VfB Lübeck.
Coach Riebau setzt nicht nur, aber zu großen Teilen auch auf mannschaftliche Geschlossenheit und den guten Teamspirit, um gegen die 17 Konkurrenten zu bestehen. Er sieht den Kader für die Mission Klassenerhalt gut aufgestellt. Es ist davon auszugehen, dass er sein Spielsystem etwas anpassen muss, da Atlas in den meisten Partien als Underdog an den Start geht und wohl nicht so viel Ballbesitz und Spielkontrolle ausüben wird, wie noch zu Oberliga-Zeiten. Dennoch ist Riebau überzeugt: „Wir werden ein ekliger Gegner sein. Wir sind gekommen, um uns in dieser Liga jeden verdammten Punkt in jedem verdammten Spiel zu erarbeiten.“ Jan von Holt