Mit dem Raval eröffnet Cupra die neue elektrische Kleinwagenfamilie des VW-Konzerns. Der erste Vertreter der neuen "Urban Electric Cars“ trägt den Namen eines Szeneviertels Barcelonas und soll die Straßen mit "seinem rebellischen, urbanen Elektro-Charakter" erobern. Frontpartie, Lichtsignatur, bündige Türgriffe und die straffe Seitenlinie signalisieren schon im Stand, dass dieser Stromer nicht als freundlicher Vernunftkauf wahrgenommen werden will, sondern als Charaktermodell mit klarer Abgrenzung zu den Konzernverwandten VW ID Polo und Skoda Epiq.
Gerade damit setzt der Raval jedoch auch einen Maßstab für sich selbst. Denn der Auftritt verspricht Dynamik, Temperament und eine Portion elektrischen Überschwangs. Im Format trifft der Raval die Anforderungen des Segments recht präzise. Mit 4,05 Metern Länge bleibt er stadttauglich und handlich, ohne nach Verzicht auszusehen. Der Radstand von 2,60 Metern sorgt für stimmige Proportionen und Geräumigkeit, die erhöhte Sitzposition erleichtert die Übersicht, und im dichten Verkehr helfen kompakte Maẞe ebenso wie die verfügbaren Assistenzsysteme.
Dazu passt der Kofferraum, der zu den stärkeren Argumenten des Modells zählt. Weil die neuen Konzern-Kleinwagen auf MEB+Plattform nun wieder mit Frontantrieb fahren und die Hinterachse frei von Antriebstechnik bleibt, entsteht Raum für einen tiefen Laderaum. Im Fall des Raval sind das erstaunliche 441 Liter, ein beachtlicher Wert für diese Klasse.
Stimmig wirkt der Raval im Cockpit. Cupra kombiniert ein 10,25-Zoll-Digitalinstrument mit einem 12,9-Zoll-Touchscreen und setzt auf eine Darstellung, die modern, aber nicht überfrachtet wirkt. Das Android-basierte Betriebssystem folgt einer vertrauten Logik, reagiert zügig und vermeidet jene digitale Nervosität, die in manchen Elektroautos inzwischen zum festen Inventar gehört. Positiv fällt zudem auf, dass Cupra Klima- und Fahrfunktionen nicht vollständig in Untermenüs versteckt.
Zum positiven Fahreindruck tragen vor allem die technischen Zutaten der VZ-Version bei. Das elektronische Sperrdifferenzial, die breiteren 235er-Reifen und das adaptive Fahrwerk machen aus dem kleinen Stromer ein erstaunlich ernsthaftes Kurvenwerkzeug.
In den Modi Performance und Cupra tritt die Abstimmung sehr straff auf, der Raval hält selbst dann noch sauber die Linie, wenn viele andere Fronttriebler bereits früh zum Untersteuern neigen.
aum