txn Jobs mit guten Zukunftsaussichten liegen derzeit auf der Straße - und zwar buchstäblich, denn europaweit fehlen Lkw-Fahrer*innen. Die Folge: Wer heute neu in den Job startet, kann sich den Arbeitgeber, oft auch den Lkw, und so das beste Angebot wählen. Es lohnt also, einen genaueren Blick auf einen Beruf zu werfen, von dem viele nur Klischees im Kopf haben.
Der Job ist anspruchsvoll. Wer einen 40-Tonner sicher durch den Straßenverkehr lenkt, muss sein Fahrzeug gut kennen und jederzeit im Griff haben. Und die Verantwortung geht noch viel weiter. Fahrer*innen kontrollieren die Funktionstüchtigkeit der Trucks, überwachen das Be- und Entladen und sind dafür verantwortlich, dass die Ladung gleichmäßig verteilt und ordnungsgemäß gesichert ist. Und sie müssen sich permanent über gesetzliche Vorgaben oder neue Fahrzeugtechnologien informieren.
So groß die Verantwortung der Fahrer ist, so streng sind die rechtlichen Regelungen für Aus- und Weiterbildung. Laut Gesetz muss jeder, der in dem Job arbeiten will, die sogenannte Grundqualifikation nachweisen. Berufsanfänger*innen erwerben sie üblicherweise in einer dreijährigen dualen Ausbildung zusammen mit dem Lkw-Führerschein. Quereinsteiger *innen müssen neben der Führerschein-Ausbildung eine IHK-Prüfung absolvieren, gegebenenfalls mit vorheriger professioneller Schulung.
Auch nach der Grundqualifikation lernen Trucker*innen nie aus. Alle fünf Jahre steht eine gesetzlich vorgeschriebene Weiterbildung an. Die Qualifizierungen werden auch von Lkw-Herstellern angeboten. Der Vorteil: Die Fahrer*innen lernen von denen, die ihre Lkw gebaut haben. Manfred Nelles, Pressesprecher bei Volvo Trucks, erläutert: „Unsere Trainings sind das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung und Erfahrung, die Fahrzeuge vollgepackt mit modernsten Funktionen. So holt jeder das Optimum für sich heraus.“
In jedem Fall lohnt sich die Investition in Aus- und Weiterbildung, denn der Personalbedarf „auf dem Bock“ wird dauerhaft hoch bleiben.
Jedes Jahr gehen Zehntausende Lkw-Fahrer in den Ruhestand, und es kommen deutlich weniger Jobanfänger*innen nach. Transportunternehmen müssen sich daher mit attraktiven Angeboten um den Nachwuchs bemühen. Beste Zeiten also, um in einen Truck einzusteigen.
Autonomes Fahren in der Zukunft
Trotz Digitalisierung hoher Bedarf an gut ausgebildeten Berufskraftfahrern
txn In der Logistik fehlen Fachkräfte, gleichzeitig scheuen sich Schulabgänger und Quereinsteiger, eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu starten. Denn viele glauben, dass autonomes Fahren den Kraftfahrer künftig überflüssig macht. Doch dies ist ein absoluter Irrtum.
Denn trotz der Digitalisierung bleibt der Bedarf an gut ausgebildeten Berufskraftfahrern und -fahrerinnen hoch. Die Ware muss geladen und gelöscht werden, Fahrzeuge sind zu warten und es muss mit Kunden kommuniziert werden. Zudem benötigen autonome Systeme jemanden, der sie während der Fahrt überwacht. Das bestätigt auch die Initiative „Fahren für Deutschland“, die mit Christoph Unterstützung von MAN Truck & Bus Deutschland ins Leben gerufen. Geschäftsführer Huber: „Autonomes Fahren wird in kleinen Schritten kommen und das Berufsbild verändern. Berufskraftfahrer heißen wahrscheinlich irgendwann Transportmanager.“
Der Branchenexperte vergleicht die Situation mit den Pferdekutschern, als die ersten Lkw entwickelt wurden. Statt Tiere einzuspannen, wurde es wichtig, Gaspedal und Gangschaltung zu bedienen. Die Aufgabe blieb gleich - Güter sicher zu transportieren.
In zehn Jahren wird der Trucker in eine Hightech-Kabine einsteigen, die noch immer über Lenkrad, Gaspedal und Bremse verfügt. Den Weg bis zur Autobahn fährt er selbst - dank der Assistenzsysteme ganz entspannt, weil weder das Abbiegen noch enge Straßen eine Gefahr darstellen.
Auf der Autobahn überlässt der Fahrer das Steuer dem Computer, wenn in einer Kolonne gefahren wird - beim sogenannten Platooning folgt ein Lkw automatisch dem nächsten. Jetzt ist Zeit für Logistikaufgaben am Tablet, um Be- und Entlade-Infos auszutauschen und neue Termine zu vereinbaren. Außerdem können der Stellplatz sowie die Unterkunft für den Abend gebucht werden. Denn auch wenn nicht gelenkt wird, bleiben im Güterverkehr noch viele andere Aufgaben. Fazit: Der Bedarf an Fachpersonal im Güterverkehr bleibt hoch, gleichzeitig wird sich die Qualität der Arbeit verbessern. Gute Gründe, über eine Ausbildung nachzudenken.
Wer sich über den Arbeitsalltag als Berufskraftfahrer informieren möchte, findet zum Beispiel unter www.fahrenfuerdeutschland.de im Internet interessante Informationen.