
Oldenburg gilt als die Wiege der Kohltour, auch Kohlfahrt genannt, in ihrer heutigen Form. Die Tradition gibt es schon lange und war ursprünglich was für Vereine und Stammtische. Inzwischen ziehen auch viele junge Großstädter an den Wochenenden raus aufs Land.
Die Ursprünge beruhen auf dem Thema Wandern. In der Romantik war es von Bedeutung, um großer einerseits der Enge zu entfliehen und andererseits Land und Leute kennen zu-lernen. Der sogenannte „Turnvater Jahn“ kombinierte das Wandern mit Leibesübungen, was mit dem Begriff „Turnfahrt“ zusammengefasst wurde.
Die erste Oldenburger Turnfahrt veranstaltete ein Turnverein im Jahr 1846. Als eine im Winter angesetzte Turnfahrt des 1859 gegründeten Oldenburger (OTB) mit einem gemeinsamen Kohlessen organisiert wurde, war das die Geburtsstunde der ersten Oldenburger Kohlfahrt.
Der OTB gilt somit als Erfinder. Diese erste Kohlfahrt ist in der Vereinschronik des OTB vom 15. Januar 1871 dokumentiert. (Quelle: Turnberbundesland Oldenburg, Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft, 2. Quartal 2021).
Die Kohlfahrt ist dem Oldenburger das, was dem Rheinländer der Karneval ist: gesellschaftlicher und geselliger Höhepunkt des Jahres. Den Unterschied macht das Wie: In geselliger Runde ziehen fröhliche Menschen mit dem Bollerwagen durch die Kälte, um anschließend Grünkohl zu essen.
Die Nordlichter brauchen keine riesigen Prunkwagen für einen Umzug, alles Nötige passt in einen Bollerwagen.
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