Dieter Freese
Nur fünf Tage nach dem Topspiel gegen den VfV Hildesheim können sich die Fans des SV Atlas erneut auf ein Heimspiel der Delmenhorster freuen – das dritte in Folge steht am Mittwoch, 15. April, im Kalender. Die Begegnung mit Bersenbrück soll die Flutlichtpremiere in Düsternort sein. Am morgigen Samstag um 15 Uhr hat das Team von Trainer Key Riebau aber erst einmal den FC Verden 04 zu Gast.
Der Gegner aus der Reiterstadt wird ein gefährlicher Widersacher sein, der nicht zu unterschätzen ist. Wie der Gastgeber haben auch die Verdener zuletzt viel Selbstvertrauen getankt. Die Gäste haben am Gründonnerstag mit dem überraschenden 2:1-Sieg in Heeslingen nicht nur Schützenhilfe für den SVA im Kampf um die Tabellenspitze geleistet, sondern sich danach mit einem klaren 4:1-Erfolg Holthausen-Biene gegen Luft im Abstiegskampf verschafft und rangieren aktuell auf Platz zehn. Damit sammelte die Elf von der Aller aus den letzten fünf Spielen acht Punkte und verlor dabei nur mit 1:2 in Lüneburg.

Der Gast um den spielenden Cheftrainer Bastian Reiners, der nicht nur Regie beim FC 04 führt, sondern mit bereits zehn Saisontoren (auch der Haupttorschütze) im Team ist und auch Erfahrung als ehemaliger Jugend-1-Trainer beim SV Werder mitbringt, ist also ein unangenehmer Gegner, der mit aller Macht gegen den Abstieg kämpft.
Der SV Atlas hat mit zuletzt zwei Siegen in Topspielen seine Spitzenposition untermauert und liegt jetzt drei Punkte vor dem Heeslinger SC. Dem 1:0 in Bersenbrück durch das „goldene Tor“ von Lucas Bauer in der 48. Minute folgte am Ostermontag ein überzeugender 3:0-Heimsieg gegen VfV Hildesheim. Vor 1600 Zuschauern brachte Lucas Bauer sein Team mit einem sehenswerten Lupfer in Front (20.). Das 2:0 resultierte ebenfalls aus einem Heber, allerdings traf der Hildesheimer Tim Friedrich dabei ins eigene Tor (64.). Steffen Rohwedder machte dann mit dem Treffer zum Endstand den Deckel drauf (75.). Die Gäste vergaben gleich zwei Elfmeter. Den ersten hielt AtlasKeeper Damian Schobert, den zweiten verstolperte Mahdi Khalid Biso.
Jetzt kommt also der FC Verden 04. Der SV Atlas gewann das Auswärtsspiel in der laufenden Saison in der Reiterstadt am zehnten Spieltag in einer Partie, die enger war, als es das Ergebnis ausdrückt, mit 2:0. Zum Glück, hatte Keeper Domian Schobert einen guten Tag erwischt. Das gilt auch für Linksverteidiger Timon Widiker, der den SV Atlas in der 12. Minute in Führung brachte. Nach der Pause geriet der Gast mehrfach unter Druck, doch nachdem der Verdener Jonas Austermann eine große Chance zum 1:1 vergeben hatte (76.), sorgte Nico Poplawski mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke für das 2:0 – und somit für die Entscheidung (81.). Durch den Sieg übernahmen die Delmenhorster die Tabellenführung, denn Germania Egestorf-Langreder verlor völlig überraschend mit 3:5 gegen Kellerkind Lupo Martini Wolfsburg und der VfV Hildesheim unterlag dem Heeslinger SC mit 0:2.
Apropos Jonas Austermann: Der Routinier hat den SVA am 25. April 2025 im Alleingang besiegt. Der damalige Aufsteiger aus Verden gewann in Delmenhorst mit 3:1. Alle Tore der Gäste erzielte Jonas Austermann. Im Hinspiel in Verden hatten sich die Delmenhorster in dieser Spielzeit mit einem 2:2 begnügen müssen.
Insgesamt hat Atlas 13mal gegen Verdener Teams gespielt, wobei die ersten zehn Begegnungen in der Zeit zwischen 1985 und 1992 gegen Vorgänger TSV Ver-den absolviert wurden. Dabei gelangen dem SVA sieben Siege, gab es zwei Unentschieden und vier Niederlagen. Die Heimbilanz liest sich aus Atlas-Sicht 4-1-1.
Gegründet wurde der FC Verden 04, weil der Vorgängerverein TSV Verden vor 20 Jahren Insolvenz anmelden musste. 20 Jahre nach der Gründung wurde der größte Erfolg der Vereinsgeschichte eingefahren: In der Saison 2023/24 gelang dann der Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen. In der folgenden Saison 2024/25 sicherten sich die Verdener den Klassenerhalt dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem SSV Vorsfelde.
Die Gründung des FC Verden 04 ist mit dem Niedergang des TSV Verden verbunden. In der Saison 2003/2004 in der Bezirksliga beheimatet, konnte er nicht mehr weitermachen. Der Verein musste vor einem hohen Schuldenberg kapitulieren. Mitte Juli 2004 wurde daher beim Amtsgericht ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Fußball sollte in unserer Reiterstadt aber weitergespielt werden. Trainer und Vorstandsmitglieder des TSV Verden sowie verdiente Vereinsmitglieder hoben daher den Nachfolgeverein aus 3 der Taufe: den FC Verden 04. · Der neue Fußballverein aus der Kreisstadt wurde zur Saison 2004/2005 in die 1. Kreisklasse eingegliedert.
In der Spielzeit 2007/2008 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga. Nach der Saison c 2011/2012 gelang mit 85 Zählern auf dem Konto und einem satten Vorsprung von 14 Punkten auf den ersten Verfolger FC Worpswede die dritte Meisterschaft seit der Vereinsgründung und der Aufstieg in die Landesliga. Lange hat sich der Verein nicht in der Landesliga Lüneburg gehalten. In der Saison 2012/2013 stieg der i Klub wieder ab. In der Folge C avancierte der FC 04 zu einer Art Fahrstuhlmannschaft. 2017/2018 gelang nach erneutem Abstieg der direkte Wiederaufstieg. t In der Serie 2018/2019 geriet das Team erneut in Abstiegsgefahr. Mit Frank Neubarth übernahm ein Ex-Profi und führte zum Klassenerhalt. Mit 92 Punkten und 111:14 Toren wurde die Neubarth-Elf dann 2024 überlegen Meister der Landesliga Lüneburg und spielte künftig in der Oberliga Niedersachsen.
Die zweite Saison in der fünften Liga startete Verden mit einem neuen Trainerteam, da der Klub gemeinsam mit Frank Neubarth zu der Erkenntnis kam, dass nach sechs Jahren Kontinuität eine Veränderung sinnvoll sei. Tim Ebersbach und seine Co-Trainer Christoph Drewes und Stefan Denker übernahmen. Da aber die Chemie zwischen Trainerteam und Mannschaft nicht passte, übernahm Torjäger Bastian Reiners kurz vor Weihnachten 2025 die Position des spielenden Cheftrainers.
Schon Mittwoch geht's weiter
Nach der morgigen Partie gegen Verden warten noch sechs Saisonspiele auf den SV Atlas. Sechs Spiele bis zum Regionalligaaufstieg? Mit Blick auf die Paarungen scheint es machbar zu sein.
Schon am Mittwoch geht es weiter. Dann kommt der TuS Bersenbrück im Nachholspiel zur geplanten Flutlichtpremiere in das Düsternorter Stadion. Erst vor 14 Tagen standen sich die Teams gegenüber – Atlas gewann die Auswärtspartie mit 1:0. TuS steht aktuell zwölf Punkte hinter Atlas auf Platz sieben (die heutige Partie in Rehden war nach Redaktionsschluss).
Danach geht es zum TSV Wetschen. Der 14. ist praktisch wie SV Holthausen-Biene (Gast am 9. Mai in Delmenhorst) bereits abgestiegen.
Haariger dürfte das Spiel gegen SV Meppen II werden. Die Emsländer haben mit acht Punkten hinter Atlas Platz vier inne (das heutige Spiel in Spelle war nach Redaktionsschluss).
Vor allem das Spiel beim Tabellendritten Germania Egestorf-Langreder, der den Aufstieg noch nicht abgeschrieben hat, wird die Delmenhorster fordern.
Auch der Schlussakkord beim aktuell Tabellenachten Wilhelmshaven hat es noch einmal in sich. dfr
Die restlichen Begegnungn
Mi., 15.4., 19.30 Uhr: SV Atlas TuS Bersenbrück
Sa., 18.4., 15 Uhr: TSV Wetschen – Atlas.
Fr., 24.4., 20 Uhr: Atlas – SV Meppen II.
Sa., 3.5., 15 Uhr: Germ. Egestorf-Langreder – Atlas.
Sa., 9.5., 15 Uhr: Atlas SV Holthausen-Biene.
So., 17.5., 15 Uhr: SV Wilhelmshaven Atlas – Saisonende