Dieter Freese
Es ist kaum zu fassen. Da bricht der SV Atlas bei seinen Heimspielen alle erfreut Zuschauerrekorde, sich eines herausragenden Supports durch seine treuen Fans und trotzdem ist die Heimbilanz gelinde gesagt durchwachsen, ein Sieg und drei Unentschieden bedeuten vor dem 13. Spieltag Rang elf in der Heimtabelle. Auch das 3:3 gegen Liganeuling MTV Wetschen war wieder einmal enttäuschend. Der kommende Heimspielgegner des SVA, dessen Spiel beim SV Meppen II am vorigen Samstag dem Sturmtief„Joshua“ zum Opfer gefallen und der inzwischen auf Platz drei rangiert, heißt 1. FC Germania Egestorf/Langreder und er wird deshalb nicht mit dem ganz großen Respekt in die Baustelle Düsternorter Stadion anreisen. Germania hat auswärts nur beim SV Meppen II verloren (1:4).
Aus dem Fast-Absteiger in der vorherigen Saison ist in-zwischen eine Spitzenmannschaft der Oberliga Niedersachsen geworden - Platz eins in der aktuellen Tabelle und das Erreichen des Halbfinales des Niedersachsenpokals sprechen Bände. Prunkstück des Teams ist eigentlich die Defensive. Die wurde bei der ersten Saisonniederlage am 12. Oktober mit der gegen Lupo Martini Wolfsburg allerdings erstmals auseinandergenommen. In den ersten acht Spielen davor musste der 1. FC lediglich sieben Gegentore quittieren. 3:5-Niederlage In der vorherigen Saison unterlag Atlas im September 2024 bei seinem Heimspiel gegen die Barsinghausener mit 0:1, siegte auswärts im April dieses Jahres aber mit dem gleichen Ergebnis. Insgesamt trafen beide Teams bisher sechsmal aufeinander. Die Bilanz aus Atlas Sicht: drei Siege, ein Remis und zwei Niederlagen.
Am Sonntag führte Germania den Lüneburger SK nach allen Regeln der Kunst vor, fuhr einen glatten 5:0Heimsieg ein und übernahm die Tabellenführung. Fünf verschiedene Torschützen waren an dem Erfolg beteiligt. Der 1. FC Germania Egestorf-Langreder ist ein Fußballverein aus den Orten Egestorf und Langreder der Stadt Barsinghausen. Die erste Männermannschaft spielt seit dem Abstieg aus der Regionalliga Nord im Jahre 2019 in der Oberliga Niedersachsen. Der Verein entstand am 1. Juli 2001, als die Fußballabteilungen des TSV Egestorf und des TSV Langreder auf Initiative des ehemaligen Spielers des TSV Langreder und späteren niedersächsischen Verbandspräsidenten Karl Rothmund fusionierten. TSV Egestorf spielte in der Saison 1955/56 in der seinerzeit drittklassigen Amateurliga 3. TSV Langreder erlebte in den 1990er Jahren seinen sportlichen Höhenflug. Nach dem Kreisligaaufstieg von 1994 gelang drei Jahre später der Sprung in die Bezirksklasse. Im Jahre 1999 schaffte die Mannschaft den Sprung in die Bezirksliga, ehe es 2001 zur Fusion kam.

Nach der Fusion startete die Germania in der Bezirksliga Hannover 1 und schaffte 2003 den Aufstieg in die Bezirksoberliga Hannover. Dort wurde die Mannschaft 2008 mit einem Punkt Rückstand auf Preußen Hameln Vizemeister. Zwei Jahre später wurde die Germania erneut Vizemeister, dieses Mal hinter Arminia Hannover.2012 sicherte sich das Team schließlich Meisterschaft in der Landesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen. Vorzeitig die der Oberligasaison 2015/16 wurde die Germania Vizemeister hinter Lupo Martini Wolfsburg und erreichte die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Durch zwei Unentschieden gegen den Bremer SV und den SV Eichede sowie einen Sieg gegen Altona 93 konnte im Juni 2016 der Aufstieg bejubelt werden. Nach einem fünften Platz in der Saison 2017/18 stieg die Germania ein Jahr später wieder in die Oberliga Niedersachsen ab.
Auch im DFB-Pokal war der kommende Atlas-Gegner erfolgreich. Im April 2016 qualifizierte sich Germania Egestorf durch einen 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Drittligisten VfL Osnabrück erstmals für diesen Wettbewerb. Germania traf in der ersten Runde dann auf den Bundesligisten TSG Hoffenheim und unterlag vor 2500 Zuschauern im August-Wenzel-Stadion Barsinghausen mit 0:6. in Cheftrainer ist seit März 2025 Boris Besovic. Der 46- Jährige stammt aus der Region, wuchs in Gehrden auf und durchlief unter anderem die Auswahlmannschaften des NFV bis in die Junioren-Nationalmannschaft. In seiner Zeit als Profi spielte er unter anderem in der 2. Liga für Hannover 96 und Te Be Berlin.