„Die kleinen Füchse“ kommen zurück und sind begehrt wie eh und je. Die Stadt Delmenhorst bekommt wieder eine Kinderfeuerwehr, nachdem das Angebot während der Coronapandemie eingestellt werden musste. Möglich ist das durch das Engagement von Maria Dokalia.
Als 2015 die Kinderfeuerwehr in Delmenhorst gegründet wurde, war die Resonanz enorm. Doch die Coronapandemie bedeutete das Aus für „die kleinen Füchse“ wie auch für die Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr wurde direkt wieder hochgefahren, sobald es möglich war, sagt Stadtbrandmeister Klaus Fischer, die Kinderfeuerwehr wird jetzt wiederbelebt. Denn das Angebot für die Sechs- bis Zehnjährigen braucht deutlich mehr Vorlauf und Planung und vor allem jemanden, der sich ihrer annimmt und ein Programm für den Nachwuchs aufstellt.
Maria Dokalia übernimmt „die kleinen Füchse“
In Maria Dokalia hat Fischer die richtige Frau für diesen Job gefunden. Die 22-Jährige ist seit gut zweieinhalb Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Süd, hat seit vergangenem Sommer ihre Ausbildung abgeschlossen und fühlt sich einfach wohl in der Wache an der Annenheider Straße. „Ich habe gute Kameraden, das passt hier sehr gut“, sagt sie. Hauptberuflich arbeitet Dokalia als Erzieherin, was den Stadtbrandmeister in seiner Idee, Dokalia für die Kinderfeuerwehr zu gewinnen, noch bestärkt hat. „Klaus kam mit der Idee, ob ich mir das vorstellen kann“, sagt sie „und ich finde, das ist eine super Sache.“ Gemeinsam mit Andre Weitz, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Süd, ist das Team komplett, das die Kinderfeuerwehr geplant hat und nun wieder ins Leben ruft.

Und wie beim ersten Mal ist das Interesse an der Kinderfeuerwehr - riesig. Rund 18 Kinder aus allen drei Löschbezirken der Stadt können ein kleiner Fuchs sein. Gemeldet haben sich deutlich mehr interessierte Eltern zu viele für Dokalia und ihr Team. „Ich bin kein Freund der klassischen Warteliste“, sagt Fischer, doch ihm sei es wichtig, dass alle weiterhin der Feuerwehr verbunden bleiben und sich nicht abgelehnt fühlen. Deshalb soll es künftig unabhängig von der Kinderfeuerwehr noch mehr Veranstaltungen wie das Laternelaufen oder den Tag der offenen Tür geben, zu denen alle willkommen sind. Zumal bei der Kinderfeuerwehr auch immer wieder Plätze frei werden - beispielsweise, wenn die ersten in die Jugendfeuerwehr wechseln. „Die kleinen Füchse“ richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. „Wir hoffen, dass viele danach in die Jugendfeuerwehr gehen“, sagt Fischer „und danach auch in die Feuerwehr.“ Die Erfahrung zeigt, dass viele mit zehn in die nächste Abteilung wechseln. „In der Jugend gehen uns aber einige verloren, wie jedem Verein“, sagt der Stadtbrandmeister.
Damit die Kinder mitgenommen werden, die Grundlagen lernen und Spaß haben, hat das Trio sich viele Gedanken gemacht und einen Fahrplan entwickelt. Der Fokus liegt dabei laut Dokalia natürlich auf dem Spaß. Aber auch darauf, Freundschaften zu knüpfen und die Teamfähigkeit zu stärken - und natürlich soll das Interesse an Feuerwehr-Themen geweckt und gehalten werden. Verkehrssicherung und Löschen, Experimente, Kreatives, Gerätekunde, Backen und gemeinsame Feste fasst die 22-Jährige ihr Vorhaben mit den Kindern für dieses Jahr zusammen. „Ich laber die nicht nur voll“, sagt sie „sondern die sollen auch selbst was machen.“ Das mache den Reiz an so einer Kinderfeuerwehr ja gerade aus.
Für Freitag, 29. Mai, ist ein Info-Abend für Eltern mit interessierten Kindern geplant. Sowohl diejenigen, die sich bereits angemeldet haben, als auch alle anderen sind herzlich willkommen. Los geht es um 16.30 Uhr in der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Süd, Annenheider Straße 245. Da bekommen die Eltern alle wichtigen Informationen, verspricht Fischer, und sämtliche Fragen werden beantwortet.
„Die kleinen Füchse“ könnten wachsen
Eine Woche später kommen dann die kleinen Füchse“ das erste Mal zusammen. Einmal im Monat am Samstag haben die Nachwuchskameraden „Dienstabend“ allerdings nicht abends, sondern von 9 bis 13.30 Uhr. Dazu gehört auch immer ein gemeinsames Mittagessen in den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr Süd, wo die Kinderfeuerwehr ihren Sitz haben wird.
Auch Ausflüge zur Wache an der Rudolf-Königer-Straße sind geplant, wo die Jugendfeuerwehr unter anderem ein eigenes Fahrzeug stehen hat, und die Teilnahme am Zeltlager im Juli, wo die Kinderfeuerwehren einen eigenen Bereich haben. „Wir sind in der Findungsphase für alle“, sagt Fischer.
Maria Dokalia und ihr Team müssen sich ausprobieren, die Kinder müssen sich einfinden. Ende des Jahres werden die drei schauen, wie sich„die kleinen Füchse“ entwickelt haben. „Ich gehe davon aus, dass aufgestockt wird“, sagt er, also eine weitere Gruppe entstehen wird.
Melanie Machedanz