In Annenheide hat das lange Warten ein Ende: An diesem Wochenende, Samstag, 21. Juni, und Sonntag, 22. Juni, können die Vereinsmitglieder des Schützenvereins Annenheide wieder ein tolles Schützenfestfeiern.
Bereits am heutigen Freitag, 20. Juni, gibt es Höhepunkte: Um 17 Uhr treffen sich die Vereinsmitglieder an der Schießhalle zum Kranzaufhängen sowie Einräumen des Festzeltes. Anschließend heißt es Abfahrt zum Kranzaufhängen bei König Harald Siemund, Königin Johanna Rademacher und Jugendkönig Jan Stenske.
Am morgigen Samstag, 21. Juni, beginnt um 14 Uhr das Schießen auf den Vizekönig auf dem LG-Stand.
Um 14.30 Uhr startet der Kinderumzug ab dem Schulhof Annenheider Grundschule und ab 15 Uhr kann bei der Kaffeetafel gemütlich geklönt werden.
Um 17 Uhr findet die Kinder-/Schülerkönigsproklamation statt und drei Stunden später, um 20 Uhr, startet die große Schützenfestparty mit der Liveband „My Coverband“.
Eine kurze Unterbrechung gibt es um 21 Uhr, wenn die Vizekönigsproklamation stattfindet. Anschließend geht die Party bis in die Morgenstunden weiter.

Am Sonntag, 22. Juni, heißt es um 12 Uhr Antreten zum Abmarsch, um das Königspaar abzuholen. Dort wird es einen leckeren Umtrunk geben. Die Wegstrecke lautet in diesem Jahr Annenheider Straße, Vogelsangstraße, Alfred-Brehm-Straße, Steller Straße, Wischenweg, Liebigstraße, Annenweg, Annenheider Straße. Auch in diesem Jahr sind die Vereinsmitglieder gespannt, was sich so mancher Anwohner an Wegdekoration einfallen lässt.
Um 15.30 Uhr wird es musikalisch beim Schützenfest in Annenheide: In der Schießhalle findet ein Platzkonzert statt. Um 19 Uhr findet die Proklamation des neuen Königshauses statt und anschließend wird mit den neuen Majestäten gefeiert.
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Vereins-Chronik des SV Annenheide von 1920 e.V.
Ein Auszug gibt interessante Einblicke in die Geschichte des Schützenvereins Annenheide
Ein Auszug aus der Vereinschronik des Schützenvereins Annenheide: In der Thase'schen Wirtschaft in Annenriede (heute Mc Donald's) trafen sich am 21. August 1920 acht Männer, zumeist aus dem Annenheider Kriegerverein kommend, um die Neugründung eines Schützenvereins vorzunehmen.
Die Männer der ersten Stunde waren neben Wilhelm Glander, Heinrich Meyer, Heinrich Coldewey, Bernhard Hedenkamp, Johann Piero, August Coldewey sen. und August Coldewey jun.
Nachdem man sich über die Zielsetzung einig war, wurde der Schützenverein Annenriede aus der Taufe gehoben. Zum 1. Vorsitzenden wurde August Coldewey sen., zum Kassierer Heinrich Meyer und zum Schriftführer August Coldewey jun. gewählt. In Bückings Schuppen wurde von nun an jeden 2. und 4. Sonntag des Monats geschossen.
In der Versammlung am 5. September 1920 wurde bekannt gegeben, dass eine Büchse für 240,RM gekauft wurde. Als 1. Büchsenwart wurde Bernhard Hedenkamp und als Stellvertreter Heinrich Meyer einstimmig gewählt.
Das erste Preisschießen fand am 1. und 2. Weihnachtstag statt, wobei vier Preise in Form von Zigarren und Zigaretten im Werte von 30,RM ausgesetzt wurden. Im darauf folgenden Jahr wurden zahlreiche neue Mitglieder aufgenommen. Der Verein wuchs. Es folgte bald die erste Einladung zum Schützenfest des SV Stickgras am 19.06.1921. Erster Schützenkönig des SV Annenriede wurde im Gründungsjahr 1920 der 1. Vors. August Coldewey sen., der diesen begehrten Titel in der Zeit von 1920 bis 1939 allein viermal gewann.
Ein Jahr nach der Gründung bereits 25 Mitglieder
Ein Jahr nach der Gründung zählte man bereits 25 Mitglieder. Bei guter Kassenlage wurde der Wunsch laut, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Es wurde beschlossen, die vom aufgelösten Schützenverein„ Freischütz Delmenhorst“ angebotene Fahne für 1250,RM zu kaufen. Diese musste dann aber in Bremen umgestickt werden.
Am 11. März 1922 wurde einstimmig beschlossen, das bisherige Vereinslokal Thase zu verlassen und zu Hermann Bultmann an den Annenheider Bahnhof zu wechseln, weil die Witwe Thase keine Fahnenweihe in ihrem Hause dulden wollte; sie verband es mit Unglück. Auf der ersten Versammlung im neuen Vereinslokal war man sich einig, fortan den Vereinsnamen „Schützenverein Annenheide von 1920“ zu tragen. Das neue Vereinslokal war aber zu klein für eine Fahnenweihe und so fand sie am 7. Mai 1922 in der Wirtschaft Hoffrogge in Adelheide (später Lindenhof, Inhaber Bretthauer, heute Brandruine) unter der Beteiligung zahlreicher Schützenvereine statt. Wie aus den überlieferten Unterlagen bekannt, waren bei dieser Fahnenweihe unter anderem die Schützenvereine Adelheide, Stickgras Voßberg, Blitz Bungerhof, 1. Bolzen-Schützenverein Delmenhorst und der Saalschützenverein Moordeich eingeladen. Für die Fahnenweihe wurden Ehrendamen ernannt, neben Amalie Schumacher, Sophie Meyer, Meta Piero, Christine Lubczyk waren es auch Lina Coldewey und Sophie Coldewey. 1. Fahnenträger wurde Hermann Abelmann, der dieses Amt Ende der zwanziger Jahre an seinen Bruder Johann Abelmann abgab.
Inflationszeit brachte ungewohnte Probleme
Die Inflationszeit brachte für den Schützenverein Annenheide ungewohnte Probleme mit sich. Hatte man bislang ein Königsgeld von 500,RM gezahlt, so beschloss die Generalversammlung von 1923 den Halbjahresbeitrag auf 100,RM anzuheben und das Königsgeld auf 20.000,RM aufzustocken. Auf der am 23. Juli 1923 stattgefundenen Versammlung wurde beschlossen, als Eintrittsgeld zum Schützenfest den Wert von 5 Pfund Roggen zu erheben. Der Einsatz auf die Königsscheibe betrug 1000,RM. Das Schützenfest hatte einen Überschuss von 640.474,RM.
Auf der am 18. Januar 1925 stattgefundenen Versammlung erklärte der bisherige 1. Vors. August Coldewey sen., dass er sein Amt wegen Krankheit niederlegen müsse. Daraufhin wurde als neuer Vors. Hinrich Fuhrken gewählt. Am 11. Februar 1925 wurde August Coldewey sen. zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Im Jahre 1924 erfolgte der Beschluss zum Bau eines Großkaliberschießstandes, dieser wurde zusammen mit der Ordnungspolizei, die 70 Beamte aus Oldenburg dafür abkommandierte, auf dem Gelände der heutigen Fa. Klingele errichtet. Die Polizisten, die beim Bau mithalfen, wurden bei den Schützenbrüdern untergebracht und verpflegt. Am 11. Juli 1926 war es dann soweit, zahlreiche Prominenz war gekommen um den neuen Schießstand einzuweihen. Sodann wurde mit dem Bau eines Schützenhauses, das auf Schienen gelagert wurde, um auf verschiedene Entfernungen schießen zu können, begonnen. Diese Idee erwies sich als unpraktisch und so wurde das Schützenhaus schließlich auf einer Entfernung von 200 m festgesetzt. Kein Schützenverein in der weiteren Umgebung verfügte über einen Schießstand in dieser Größenordnung.
Ständiger Wechsel in der Vorstandschaft
Recht Rege war in dieser Zeit auch der ständige Wechsel in der Vorstandschaft. Während nach August Coldewey sen. von 1925 bis 1927 Hinrich Fuhrken den Verein führte, übernahm Diedrich Brand für 10 Monate das Ruder im Verein. Bis zur Generalversammlung im Januar 1928 war dann Friedrich Fuhrken für 3 Monate 1. Vorsitzender.
Die Versammlung wählte dann Hinrich Bücking zum 1. Vors., welcher dieses Amt dann bis über den zweiten Weltkrieg hinaus innehatte. Im Jahre 1934 stiftete Friedrich Fuhrken eine neue Königskette, die noch bis 1998 von den jeweiligen Königen getragen wurde und mit einer aktuellen Medaille (Geldstück) vom Königsjahr versehen wurde. Im Jahre 1999 stiftete Heinrich Fuhrken eine neue Königskette, die dann von Holger Plate erstmals getragen wurde. Als Hermann Wöhler 1939 Schützenkönig wurde, ahnten wohl die wenigsten, dass dies für 11 Jahre das letzte Schützenfest in Annenheide gewesen war. Der zweite Weltkrieg beendete alle Aktivitäten und überzog den Globus mit Tod und Verderben. Auch der Ortsteil Annenheide hatte seine Opfer zu beklagen, wie auf den Tafeln des Ehrenmals zu lesen ist. Am 29. Oktober 1949 traf man sich zur Neugründung im Vereinslokal wieder. (...)