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Wenn der Meniskus immer wieder zwickt

Ein stabiles Muskelkorsett fürs Gelenk: Bei der Linderung von Knieschmerzen spielt Physiotherapie eine wichtige Rolle. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Physiotherapeuten können mit gezielten Übungen Schmerzen lindern

Ziemlich klein sind die Menisken, die halbmondförmigen Scheiben aus Faserknorpel-Gewebe zwischen Ober- und Unterschenkel. Eine sitzt außen am Kniegelenk, eine innen. Und sie sind unauffällig, solange sie funktionieren.

Doch wehe, ein Meniskus verschleißt oder reißt ein. Dann kann er sich verklemmen und das umliegende Gewebe entzündet sich. Die einfachsten Bewegungen schmerzen dann.

Eine Operation, bei der der Meniskus genäht oder teilweise entfernt wird, schafft erst einmal Linderung. Doch nicht selten kehren die Beschwerden nach einigen Jahren zurück.

Was kann man nun bei wiederkehrenden Beschwerden konkret tun? Beide Mediziner raten unbedingt zu Sport und Bewegung. „Ziel ist es, das Gelenk via Krafttraining über die Muskeln zu stabilisieren, quasi wie ein Muskelkorsett“, sagt Gregor Berrsche. Damit das klappt, sollten es Übungen sein, „bei denen das Bein nicht frei schwingt, sondern beispielsweise Bodenkontakt hat und somit keine Seitwärtsbewegungen ausgleichen muss“.

Unternehmen aus der Region

Doch wo lernt man die passenden Übungen? Selbst Fitnessstudios, die sich als „orthopädisch“ bezeichnen, sind nicht immer ausreichend geschult, wenn es um Gelenkprobleme geht. Auf der sicheren Seite ist, wenn man den Gang zum Physiotherapeuten antritt. Oft sind die Praxen mit einem kleinen Geräteparcours ausgestattet. Für viele Übungen braucht es aber nur das eigene Körpergewicht.

„Ebenfalls empfehlenswert sind Aquajogging und Aquagymnastik. Hier ist das Bein zwar nicht gestützt, aufgrund der fehlenden Körpergewichtslast wirken jedoch geringere Kräfte auf die Gelenke ein“, sagt Berrsche. „Auch Radtraining kann helfen, wobei man hier den Widerstand nur langsam steigern sollte.“ Übergewicht hilft auch nicht. Besser, man reduziert es. „Schon das allein kann erhebliche Erleichterung bringen“, sagt Hansen.

Eine weitere Möglichkeit, das betroffene Gelenk zu stützen, sind sogenannte Orthesen. Das sind feste Bandagen und Konstruktionen, die dem Bein von außen Stabilität verleihen. Sie haben laut Berrsche noch einen Vorteil: „Diese Hilfsmittel sind fester Bestandteil der Kassenleistung, genauso wie der Reha-Sport, und werden daher gerne verschrieben, da sie kein Arznei-, Verband- oder Heilmittelbudget belasten“.

Medikamente dagegen sind im Schmerzfall nur eine Übergangslösung. Wer sich zum Thema Meniskus informiert, liest immer wieder als weitere Optionen auch von Hyaluronspritzen und Eigenblutbehandlungen.

„Durch das Hyaluron wird das Gelenk quasi geschmiert“, sagt Matthias Hansen.„Das kann durchaus eine temporäre Erleichterung bringen, der Effekt tritt jedoch nicht immer zwingend ein und repariert auch nicht den Knorpel- und Meniskusschaden.“

Die Spritzen muss man zudem aus eigener Tasche bezahlen.
dpa


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