Jetzt soll es also endlich wieder losgehen. Nach einer zwölfwöchigen Punktspielpause und witterungsbedingter unbefriedigenden Vorbereitung erwartet der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst am morgigen Sonntag um 15 Uhr den Tabellenvorletzten Lupo Martini Wolfsburg.
Die Generalprobe für das erste Pflichtspiel 2026 wurde eine Demontage. Mit 0:8 (0:6) unterlag der Oberliga-Zweite bei Werders U23, dem Elften der Regionalliga Nord. Sportvorstand Bastian Fuhrken konnte sich nicht an eine solch hohe Atlas-Niederlage erinnern. Nur an das 0:20 im Jahr 2013 gegen Werders Bundesligaprofis, als er selbst auf dem Platz stand.
Da waren die Delmenhorster aber noch in der 1. Kreisklasse angesiedelt. Werders Talente von Trainer Thomas Wolter um den Delmenhorster Dominik Kasper zerlegten Atlas vor 50 Zuschauern, zu denen Werder-Legende Ailton gehörte, phasenweise und waren mehr als die eine Klasse besser, die diese beiden Teams auf dem Papier trennt.

Atlas hatte am vorigen Samstag auf dem Kunstrasenplatz in Stickgras gegen Bremen-Ligist SV Hemelingen schon zwei Gesichter gezeigt Halbzeit eins ging mit 0:1 verloren, nach deutlicher Steigerung in Halbzeit zwei gewannen die Delmenhorster das Spiel am Ende mit 4:2. Die eingewechselten Lamine Diop mit einem Dreierpack und Lucas Bauer trafen für den nur nach Wiederbeginn überzeugenden SVA.
Das letzte Oberligaspiel bestritt der SVA am Nikolaustag gegen die U23 von Eintracht Braunschweig. Nach einer starken ersten Halbzeit ging Atlas in der zweiten Hälfte die Kraft aus, was auf das Nachholspiel in Meppen am Mittwoch davor zurückgeführt wurde. Beim 1:1 und dem damit bereits vierten Remis vor eigenem Publikum brachte Tobias Fagerström (34.) die Hausherren nach Flanke von Kapitän Ibrahim Temin per Kopfball in Front. Ricardo Wagner glich in der 74. Minute für die Gäste aus. Durch das Unentschieden verpasste Delmenhorst den Sprung an die Tabellenspitze.
Gegen den morgigen Gast hat Atlas nach dem Abstieg aus der Regionalliga 2023 eine positive Bilanz. Vier Siege und eine Niederlage stehen zu Buche. Die Gesamtbilanz weist aus Sicht des SVA fünf Siege, ein Remis und drei Niederlagen aus. Auf heimischem Rasen gab es dabei drei Siege und eine Niederlage.
Zuletzt trafen die beiden Teams am 7. September in der Hinrunde der aktuellen Saison aufeinander. Durch ein Tor von Dinand Gijsen (56.), der sechs Minuten später mit der gelb-roten Karte vom Platz musste, gewann das Atlas-Team von Trainer Key Riebau mit 1:0.
In der Saison davor siegten die Blau-Gelben jeweils nach 0:1-Rückstand zweimal mit 3:1. Am 26. Oktober 2024 trafen in Düsternort Mario Siech, Sinan Brüning und Dylan Burke für die Hausherren. In Wolfsburg waren dann in der Rückrunde Justin Dänekamp, Lamine Diop und Sinan Brüning erfolgreich. Atlas schloss diese Saison am Ende auf Platz drei ab, Lupo Martini wurde Zehnter. In der ersten Oberligasaison nach dem Regionallligaabstieg - 2023/24 - musste sich der SVA in Wolfsburg mit 0:2 geschlagen geben, nahm dann aber im Heimspiel mit einem 3:1-Erfolg Revanche. In der laufenden Saison gewannen die Wolfsburger nur einmal: Am 17. Oktober ausgerechnet beim aktuellen Spitzenreiter 1. FC Germania Egestorf-Langreder.
Die Unione Sportiva Italiana Lupo Martini, allgemein bekannt als Lupo Martini Wolfsburg, ist ein Sportverein aus dem Wolfsburger Stadtteil Kreuzheide. Sie ist der älteste von Gastarbeitern in Deutschland gegründete Verein. Die erste Fußballmannschaft spielte in den Saisons 2016/17 und 2018/19 in der viertklassigen Regionalliga Nord.

Unter der Obhut der Sozialabteilung des Volkswagenkonzerns gründeten italienische Gastarbeiter im Jahre 1962 den Sportclub Lupo. Mit Lupo, dem italienischen Wort für Wolf, sollte die Verbindung der Vereinsgründer zu ihrer Wahlheimat dargestellt werden. Erste Heimspielstätte war der Sportplatz Berliner-Brücke, wo heute die Volkswagen-Arena steht. Acht Jahre später wurde mit US Martini Wolfsburg ein zweiter italienischer Verein gegründet. Nachdem Lupo im Jahre 1981 in die Bezirksklasse aufgestiegen war, fusionierten beide Vereine zu Lupo Martini Wolfsburg.
Unter der Leitung von Wilfried Kemmer, in den 1960er- und 1970er-Jahren Torjäger beim VfL Wolfsburg, gelang im Jahre 1996 der Aufstieg in die Landesliga Braunschweig. Sechs Jahre lang hielt sich der Verein dort und wäre nach dem Abstieg im Jahre 2002 beinahe in die Bezirksklasse durchgereicht worden. Im Jahre 2005 gelang der Aufstieg in die Bezirksoberliga Braunschweig. Vier Jahre später stieg man als Vizemeister hinter der SVG Göttingen 07 in die Oberliga Niedersachsen auf.
Da die Oberliga von einer zwei- in eine eingleisige Liga umgewandelt wurde, reichte nur Platz acht für die sichere Qualifikation. Die Neunten und Zehnten spielten mit den Meistern der Bezirksoberligen weitere Teilnehmer aus. Als Tabellenelfter verpasste Lupo Martini diese Relegation um einen Punkt. Drei Jahre später gelang als Landesligameister der Oberligaaufstieg. In der Saison 2012/13 erreichte Lupo Martini den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Dort verfehlte der Verein jedoch als Tabellendritter den Sprung in die vierthöchste Spielklasse.
2016 gewann man die Meisterschaft und stieg in die Regionalliga Nord auf. Nach nur einem Jahr folgte der direkte Wiederabstieg als Vorletzter. In der folgenden Saison 2017/18 schafften die Wolfsburger den direkten Wiederaufstieg dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem VfL Oldenburg, dem aber wiederum der direkte Abstieg folgte. Dieter Freese
So geht's weiter
Mi., 4.3., 19.30 Uhr: MTV Wolfenbüttel - Atlas.
So., 8.3., 13.30 Uhr: SC Spelle-Venhaus - Atlas.
Fr., 13. 3., 20 Uhr: Atlas - Lüneburger SK.
Fr., 20.3., 19.30 Uhr: BSV Rehden Atlas.
Fr., 27.3., 29 Uhr: TuS Bersenbrück Atlas.
Mo., 6.4., 15 Uhr: Atlas - VfV Hildesheim.
Sa., 11.4., 18 Uhr: Atlas - FC Verden 04.
Mi., 15.4., 19.30 Uhr: SV Atlas - TuS Bersenbrück
Sa., 18.4., 15 Uhr: TSV Wetschen - Atlas.
Fr., 24.4., 20 Uhr: Atlas - SV Meppen II.
Sa., 3.5., 15 Uhr: Germ. Egestorf-Langreder - Atlas.
Sa., 9.5., 15 Uhr: Atlas - SV Holthausen-Biene.
So., 17.5., 15 Uhr: SV Wilhelmshaven Atlas.
Saisonende