
Zwei Spiele fehlen dem SV Atlas Delmenhorst noch, um sich zum vierten Mal für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Am Ostermontag treffen in Delmenhorst zwei Teams aufeinander, die in den letzten Jahren bereits ein paar Mal DFB-Pokal-Luft schnuppern durften: Oberligist SV Atlas empfängt den Ligagefährten TuS Bersenbrück zum Halbfinale des niedersächsischen Landespokals (Strang der Amateure).
Der Gewinner des Wettbewerbs nimmt bekanntlich dann am DFB-Pokal teil. Das zweite Halbfinale bestreiten - ebenfalls in einem Duell zweier Oberligisten der VfV Hildesheim und der BSV Rehden. Sollte der SV Atlas das Endspiel erreichen, müsste er diese Partie auswärts bestreiten. Gastgeber wird am 1. Mai der Sieger des anderen Halbfinales sein.
Atlas gewann den Landespokal im Jahr 2019. Er ist der erste Verein, dem dies nach einer Reform des niedersächsischen Pokalwettbewerbs im sogenannten Strang der Amateure gelang. Der erste Delmenhorster Landespokalsieger war 1968 der FC Roland.
Nach dem ersten Endspiel Eilenriedestadion im in Hannover bejubelten die Delmenhorster 2019 einen 3:2-Erfolg über Bersenbrück. Thade Hein mit Doppelpack und Marco Prießner sorgten für eine 3:0-Führung, die in der Schlussphase aber noch in Gefahr geriet, weil Aaron Goldmann zweimal für den TuS traf.


Die erfreuliche Folge des Sieges war das legendäre DFB-Pokalspiel vor 41 500 Zuschauern im Weserstadion gegen Werder Bremen, das der Bundesligist mit 6:1 gewann. Das „Ehrentor“ des SVA erzielte Tom Schmidt zum zwischenzeitlichen 1:2.
5000 kommen zum Spiel gegen St. Pauli
Im August 2023 stand der SV Atlas erneut in der ersten Runde des DFB-Pokals. Da sich der VfL Osnabrück, der das Landespokal-Finale gegen Delmenhorst 2:1 gewonnen hatte, bereits über die Endplatzierung in der 3. Liga für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, ging der Pokal-Startplatz trotz der Finalniederlage gegen den VfL an den SV Atlas.
Rund 5000 Zuschauer hofften dann am 12. August 2023 auf die Sensation, doch trotz einer starken kämpferischen Leistung musste sich der SVA dem großen Favoriten FC St. Pauli geschlagen geben. Der Fußball-Oberligist verlor im ausverkauften Delmenhorster Stadion mit 0:5 (0:1) gegen den Zweitligisten.
2024 reichte es nicht für einen Einzug in den DFB-Pokal. SV Atlas unterlag im Finale des Niedersachsenpokals gegen den VfV Hildesheim mit 0:2. In der 7. Minute traf Hildesheims Mittelstürmer Can Gökdemir zum 1:0 für die Gastgeber nach einem zu kurzen Rückpass von Kerem Sari auf Atlas-Keeper Damian Schobert. Das 2:0 für die Hildesheimer schoss schließlich Fred Mensah in der 55. Minute.
Zuletzt standen sich Atlas und Bersenbrück am 6. April in Düsternort im Punktspiel gegenüber und trennten sich 1:1. Zum Ligaspiel waren 1120 Zuschauer gekommen - Saisonrekord. Zum Pokalduell sollen es aber noch einmal deutlich mehr sein. „1500 Zuschauer werden es auf jeden Fall“, sagt Pressesprecher Timo Conrad und hofft, dass es vielleicht über 2000“ werden. Die Bersenbrücker dürften ihren Teil zu einer starken Kulisse beitragen. Laut Conrad erwartet Atlas viele TuS-Fans.
In der ersten Phase der laufenden Saison sah es wahrlich nicht nach den aktuellen Erfolgen der Delmenhorster aus. Auch hier spielt der Pokalgegner vom Ostermontag eine Rolle. Als Atlas Anfang Oktober 2024 mit 0:2 in Bersenbrück verlor, war es das siebte Ligaspiel in Folge ohne Sieg. Die Mannschaft von Trainer Dominik Schmidt stürzte auf den vorletzten Tabellenplatz ab und stand nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Verden nicht am Ende des Klassements.
Aufgrund der damaligen sportlichen Situation beurlaubte der SV Atlas dann Trainer Dominik Schmidt. Key Riebau kam nach seinem Engagement beim Regionalligisten SSV Jeddeloh II zurück an die Delme und es folgte eine Erfolgsserie. In der vorigen Woche verlängerte der 34-Jährige seinen Vertrag bei den Blau-Gelben.
Der SVA, der dem Ziel Regionalligaaufstieg immer näher kommt, ist aktuell in der Lage, enge Partien auf Augenhöhe oftmals mit einer Aktion für sich zu entscheiden. Seit Ende Oktober hat Atlas in 16 Spielen 13mal gewonnen, zweimal unentschieden gespielt und nur einmal verloren. (Das Topspiel beim HSC Hannover am Gründonnerstag war bei Redaktionschluss noch nicht beendet). Beim 2:0 in Meppen am vorigen Samstag spielte Atlas-Keeper Damian Schobert zum elftesten Mal in dieser Saison zu Null. Die Bilanz in der Liga führte zwischenzeitlich von Platz 18 auf Platz eins, den mittlerweile aber der HSC Hannover zurückerobert hat.
Die Verantwortlichen bei den Delmenhorstern versuchen mit allen Mitteln, einen erneuten großen Kaderumbruch nach der Saison zu vermeiden und sind dort mit ersten Verlängerungen auf einem guten Weg. Ein Aufstieg in die Regionalliga würde dieses Risiko zwangsläufig weiter minimieren.
Die Erfolge in jüngster Vergangenheit holen sichtlich auch die Zuschauer zurück: 1120 Besucher markierten am 6. April beim Heimspiel gegen Bersenbrück eine neue Rekordkulisse im Düsternorter Stadion für diese Saison. Dieser Rekord wird am Ostermontag sicher gebrochen.