Von ganz oben schaut der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst auf den zweiten Heimspielgegner in Folge, den MTV Wolfenbüttel, der am Samstag um 18 Uhr im Düsternorter Stadion auflaufen wird. Denn die Blau-Gelben haben am Mittwoch im Nachholspiel durch ein überzeugendes 4:2 im Topspiel gegen den SC Heeslingen, der seine Partien davor auch mit Kantersiegen beendet hatte, die Tabellenführung übernommen. Lucas Bauer hatte den Sieg in der 89. Minute mit einem Traumtor zum Endstand endgültig eingetütet, nachdem es der Heeslinger Noel Lohmann mit dem Treffer zum 2:3 sechs Minuten noch einmal spannend gemacht hatte.

Atlas beschließt die englische Woche am Samstag mit einem weiteren Heimspiel. Aufsteiger MTV Wolfenbüttel gastiert dann um 18 Uhr im Stadion Düsternort. Der Aufstieg der Bischofsstädter entschied sich im Mai. Jubel auf der einen Seite, tiefe Tristesse auf der anderen: Zwei Szenarien, die damals im Vorfeld nicht anders zu erwarten waren. Während die Landesliga-Fußballer des MTV Wolfenbüttel mit ihrem Cheftrainer Deniz Dogan den letzten Punkt, der ihnen noch zum Oberliga-Aufstieg gefehlt hatte, durch den 7:0 (5:0)-Sieg bei Union Salzgitter locker einfuhren, hätte den Gastgebern nicht mal ein Punkt gereicht, um den sicheren Abstieg noch abzuwenden.
Mehr als drei Jahre liegt der bislang letzte Auftritt des MTV Wolfenbüttel in der Fußball-Oberliga zurück. Im Mai 2022 verabschiedeten sich die Meesche-Kicker aus dem damals zweigeteilten niedersächsischen Oberhaus nach der Abstiegsrunde in Richtung Landesliga.
Der Start des Aufsteiger in die Saison 2025/26 kann durchaus als erfolgreich bewertet werden. Nach dem 2:1-Sieg zum Auftakt gegen Lupo Martini Wolfsburg, dem 3:1 beim SC Spelle-Venhaus und dem 1:1 gegen den Lüneburger SK ist der MTV noch ungeschlagen.
Der MTV Wolfenbüttel zeigt sich beim 1:1 im Aufsteigerduell gegen den Lüneburger SK und dem ersten Punktverlust in der Oberligasaison allerdings ideenlos im Spiel nach vorne. Vielleicht lag es daran: Der MTV muss als Neuling in der Fußball-Oberliga ab sofort ohne seinen besten Torjäger der Meistersaison 2024/25 auskommen: Jordi Njoya hatte mit seinen 23 Treffern großen Anteil am Landesliga-Titel. Jetzt wechselt der 20- Jährige mit sofortiger Wirkung zum Regionalliga-Aufsteiger FSV Schöningen.
„Natürlich wollen wir durchs Zentrum spielen, weil es der schnellste Weg zum Tor ist. Aber wenn das nicht geht, müssen wir über außen spielen“, erklärte Wolfenbüttels Coach Deniz Dogan, der sich über den Auftritt seiner Jungs verärgert zeigte: „Unser Spiel war ideenlos und viel zu pomadig. Statt den Gegner kommen zu lassen und vorab in die Tiefe zu laufen, um unsere Umschaltmomente zu kreieren, hatten wir kein Tempo in den Aktionen, viel zu viel Ballbesitz ohne Raumgewinn und individuell zu viele Spieler, die nicht ihre Normalform gebracht haben.“
Atlas und Wolfenbüttel standen sich zuletzt in der im Mai 2020 abgebrochenen Corona-Saison am 1. Mai 2019 in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Delmenhorster gewannen gegen den späteren Absteiger mit 5:1. Insgesamt sammelte der SVA gegen den MTV aus drei Spielen drei Siege - bei einem Torverhältnis von 11:5.